Timur geht ins Ferienlager

Im Juli fahren wir für zwei Wochen in Urlaub und zum ersten mal müssen unsere zwei Katzen so eine lange Zeit ohne uns verbringen.
Was für ein großes Glück ist es doch, dass direkt eine Etage über uns ein Heim für diese Tage auf sie wartet. Unsere Nachbarin Susanne hat selbst zwei Katzen, Tigger und Bruni. Über den rot gestreiften Kater Tigger habe ich auch schon eine kleine Geschichte in meinem Blog geschrieben ( „Tigger und die Schnecken“ ). Bruni ist eine schon sehr alte Kartäuser Katzendame, die wirklich nichts mehr aus der Ruhe bringen kann. Sie wird in diesem Jahr 18. Das entspricht 86 Menschenjahren.

 

 

Ferienlager 1 Bruni und Tigger
Tigger und Bruni, gemalt von meiner Tochter Mariam

Unsere Luna kennt sich bereits bestens in Tigger und Brunis Wohnung aus. Mit dem lieben Tigger ist sie schon lange gut befreundet. Die beiden spielen ab und zu zusammen und Tigger freut sich dann sehr über die Abwechslung. Mit Bruni kann er nicht spielen. Die alte Dame hat für solche Albernheiten gar nichts übrig.
Nun muss sich nur noch Timur an das neue Sommer-Quartier und seine Bewohner gewöhnen. Immer mal wieder am Abend oder am Wochenende schicken wir ihn nach oben, damit er sich auf Entdeckungsreise begeben kann. Anfangs lief Timur nur tief geduckt und ängstlich von einer Ecke zur anderen, suchte im Grunde nur gute Verstecke,
denn hier fühlte er sich gar nicht sicher. Fremde Umgebung und oben drauf noch fremde Katzen, das war ja nun wirklich eine Zumutung. Timur knurrte und fauchte was das Zeug hielt. Selbst wenn er allein im Zimmer war, knurrte er zur Vorsicht
unentwegt. Man konnte ja nie wissen, wer da noch um die Ecke kommt.
Der arme Tigger beobachtete das seltsame Leoparden- Tier völlig entgeistert und sagte erstmal gar nichts dazu. Tigger ist sehr umgänglich und lieb , ich habe ihn noch nie knurren oder fauchen gehört.
Nachdem Timur das Zimmer von Susannes Sohn Lorenz zu seinem Basislager erklärt hatte, begann er irgendwann von dort aus auch den Rest der Wohnung zu erkunden. Geduckt und knurrend inspizierte er einen Raum nach dem anderen.


Die Begegnung mit Bruni verlief doch sehr einseitig. Timur gab sein bestes, Bruni klar zu machen, wie gefährlich er ist und dass mit ihm nicht zu spaßen sei. Er saß vor ihr und spielte sein ganzes Dschungel Repertoire an Knurrlauten ab, doch ohne auch nur die geringste Reaktion zu bekommen. Bruni ignorierte ihn geradezu in Perfektion. So ein unverschämter Bengel hatte ihre Aufmerksamkeit nun wirklich nicht verdient.

Mit der Zeit lief Timur immer weniger geduckt durch sein neues Revier, auch das Knurren klang nicht mehr ganz so ernst gemeint. Heute morgen als ich die Wohnungstür aufmachte, stand doch plötzlich der liebe Tigger auf der Treppe und kam neugierig heran. Timur ließ nicht lange auf sich warten und Wunder über Wunder die beiden gaben sich erstmal einen langen Nasen-Schnupper- Begrüßungs-Moment. Und richtig baff waren Suse und ich als Tigger und Timur gemeinsam nach oben in Susannes Wohnung verschwanden.
Timur lief selbstbewusst und mit den schon obligatorischen Knurrlauten durch die ganze Wohnung und der geduldige Tigger beobachtete ihn dabei.

 

Wir sind inzwischen doch guter Hoffnung, dass unser Timur die zwei Wochen im
Juli auch ohne ständig zu schimpfen mit Suse , Lorenz, Tigger und Bruni verbringen wird. Luna, die sonst den Tag draußen ist, kommt dann jeden Abend bis zum nächsten Morgen mit dazu und bei Suse gibt es eine fröhliche vier – Katzen – Gesellschaft. Langweilig wird das bestimmt nicht.
Auch unseren Kratzbaum, das Katzenklo und die Schlafhöhle werden wir mit hoch stellen, dann wird es ein gemütliches zweites zu Hause.
Vielen Dank liebe Suse !!!!

Charlie und Ginger

Am Sonntag war es endlich soweit, wir besuchten mit der ganzen Familie unsere Freunde und grillten gemeinsam in ihrem Garten. Ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Antoin und Abir wohnen direkt neben einem Bengalkatzen – Züchter. Durch sie ist mein Mann auch erst auf die Idee gekommen, einen kleinen Bengalkater zu adoptieren. Vitalie der Züchter ist ein guter Freund von Antoin und Abir. Er und seine Familie kommen aus Russland. Seit zwei Jahren züchtet er nun die traumhaft schönen Katzen.
Charlie von Rüthen heißt sein Zuchtkater und der Vater von unserem Katerchen. Der nun fast zwei jährige Champion ist wirklich ein Bild von einem Muskelkater. Er sieht aus wie ein wilder kleiner Leopard mit breiten Schultern und kräftigem Kopf. Dabei hat er so ein sanftes und freundliches Gemüt.

 

Charlie’s Partnerin Cleopatra, die Mutter von unserem Timur, hat nun schon zwei mal Junge bekommen und ist wieder schwanger. Die zarte Cleopatra von Sauerkatz ist ein recht schüchternes und ängstliches Kätzchen. Sie bleibt am liebsten im Haus.

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Cleopatra mit ihren ersten Babys

Die sechs Babys aus dem letzten Wurf fanden sehr schnell neue Besitzer, obwohl eine Bengalkatze sehr teuer ist. Alle waren schon aus dem Haus. Wenn sie drei Monate alt sind dürfen die glücklichen neuen Katzeneltern ihre Schützlinge abholen.
Es gab also keine Mini Kätzchen zu bestaunen aber es wartete eine andere Überraschung auf uns als wir zu Charlie’s Freigehege kamen. Vitali hatte aus Russland ein wunderhübsches kleines Kätzchen mitgebracht als Zweitfrau für seinen Kater. Ihr Name ist Ginger, sie wird aber von allen lieber Moskau genannt nach ihrer Herkunft. Die russische Schönheit ist inzwischen sieben Monate alt und verträgt sich sehr gut mit Charlie. So zart und klein und mädchenhaft sieht sie neben dem mächtigen Charlie aus, ein richtiges Traumpaar.

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Ginger und Charlie verbrachten den ganzen Nachmittag allein im Freigehege, denn Vitali war auf Dienstreise und seine Frau war mit den beiden kleinen Söhnen bei einem Fußballturnier. Die Jungs sind leidenschaftliche Fußballer.
Die Tür zwischen den Gärten von Vitalis Familie und Antoins Familie ist immer offen und wir durften Charli und Ginger bewundern gehen, obwohl sonst keiner da war. Der vor Energie strotzende Charlie schien sich doch sehr zu langweilen. Sofort versuchte er, uns zu überreden, ihn raus zu lassen und mit ihm zu spielen. Er miaute in einem fort ungeduldig und vorwurfsvoll, denn wir konnten uns natürlich nicht erlauben, ihn einfach heraus zu lassen. Dieser wilde Kerl ist in der letzen Zeit schon drei mal ausgebüchst, einmal war er sogar eine ganze Nacht lang weg und saß zur unendlichen Erleichterung der ganzen Familie am nächsten Morgen wieder vor der Tür.
Als der arme gelangweilte Kater, der seinen Papa Vitali schmerzlich vermisste gar nicht aufhören wollte, sich zu beschweren, ging ich zu ihm und begann ein Gespräch. Charli kam ganz nah zu mir ans Gitter und klagte mir sein Leid. Er antwortete auf jeden meiner Sätze mit einen aussagekräftigen Miau und es tat ihm sichtlich gut, sich mal auszusprechen und jemandem zum Zuhören zu haben. Kaum hatten wir unser Gespräch beendet, legte er sich zufrieden auf seine hohe Holzschaukel und schaute in die Landschaft. Ich hatte ihm auch versichert, dass sein Papa bald wieder kommt und er sowieso der schönste und tollste Kater der Welt ist.
Die kleine Ginger dagegen war absolut ausgeglichen und glücklich, sie legte sich auf den Rücken als sie uns sah und forderte uns auf, mit ihr zu kuscheln und zu spielen. Nur mit Cleopatra soll sich Ginger wohl nicht so gut vertragen, da gibt es doch Eifersüchteleien zwischen den beiden Damen.

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Das Freigehege mit Außen- und Innenbereich

Die Baum-Kletter-Schule

Ein kleiner Bericht darüber, wie unser Kater Timur mit seinen Freunden das Klettern übt.

Es ist Samstag Morgen. Timur darf als einziger in der Familie unseren Papa schonungslos wecken. Miau….schnurrrschurrrschnurr, Miauu …steh auf !!!….Miau ……(Nasenstubser)….schnurrrschnurrrrschnurrr… ichwill raus! Und tatsächlich steht Hussein in aller Frühe auf und macht sich mit seinem Katerchen auf den Weg
in den Hof, er nimmt Luna auch gleich mit, denn die wartet schon ungeduldig an der Tür. Die Sonne scheint und alle anderen Kätzchen sind auch schon unten. Da warten Tobi, Lara und Lola. Lara darf neuerdings den Fahrstuhl nehmen. Kerstin setzt sie einfach früh in einen Korb und lässt diesen dann an einem Strick von ihrem Balkon im zweiten Stock aus nach unten. Lara springt auch erst heraus, wenn sie unten angekommen ist. Was für ein Spaß, so einen Fahrstuhl hätte ich auch gern. Timur tollt mit seinen Freunden auf dem Hof herum. Er weiß genau, dass er auf seinen Papa hören muss und so braucht er auch kein Geschirr. Wenn Hussein laut Nein sagt, bleibt der schlaue Kater sofort stehen und ändert dann seine Richtung. Er folgt so den anderen Katzen eben nicht auf die Nachbarhöfe und das ist wirklich sehr diszipliniert für einen Teenie wie Timur.

Alle unsere Katzenhaus- Katzenkinder sind wahre Meister im Klettern. Tobi zum Beispiel ist in der Lage in einer unglaublichen Geschwindigkeit die riesige Birke zu erklimmen, die im hinteren Teil des Gartens steht. Die ersten Äste kommen erst in ca drei Meter Höhe und doch klettert Tobi wie ein Äffchen den glatten Stamm hinauf. Dann vollführt er wahre Drahtseilakte auf den weit ausladenden aber doch recht dünnen Ästen und
jagt den Eichhörnchen nach.
Luna klettert am liebsten auf den jungen Kastanienbaum. Auch dieser hat die ersten Äste erst in 2 Meter Höhe, doch Luna schafft es auch mühelos den glatten Stamm hinauf.
Das hat Timur noch nicht gelernt. Sehnsuchtsvoll schaut er Luna nach. Da hebt ihn mein Mann einfach mal auf die erste Astgabel und lässt Timur von dort aus allein weiter machen. Die Gelegenheit lässt sich unser Kater nicht entgehen und er klettert weiter nach oben. Luna wartet schon auf ihn und kommt ihm sogar entgegen, um
ihm Mut zu machen. Manchmal klemmt er etwas unbeholfen in einer Astgabel fest aber Timur gibt nicht auf und kommt schließlich höher und höher.

 
Wir fragten uns schließlich, ob unser unerfahrener Kater auch weiß, wie er wieder runter kommt. Erst sieht es so aus, als wüsste er nur wie es nach oben geht und Timur kletterte bedrohlich weit hinauf, dorthin wo die Äste schon dünner werden. Mein Mann fragte mich schon zweifelnd: „ Hab ich einen Fehler gemacht? Wie
bekommen wir ihn denn da jetzt runter?“ ich dachte sogar schon daran, eine Leiter zu organisieren. Aber die liebe Luna kam uns wieder zu Hilfe. Sie begann herunter zu klettern und Timur kam so endlich auch auf die Idee, mal die andere Richtung einzuschlagen. Wir waren sehr erstaunt wie geschickt er den Stamm herunter
kam. Diese Technik liegt den Katzen wohl in den Genen. Nur im letzten Teil verlor unserer Katerchen plötzlich den Halt, fiel ein Stückchen und fing sich aber geschickt wieder auf, indem er sich an Zweige klammerte. War das eine Aufregung. Schließlich konnte mein Mann ihn zu fassen bekommen und Timur vom Baum herunter nehmen.
Das war ihm nun aber auch nicht recht, er wäre sicher auch das letzte Stück gerne noch allein hinunter geklettert. Ich hab ein Video von Timurs letzter Abstiegsetappe gemacht:

 

 

Zum Glück gibt es in unserem Hof auch Bäume, die viel einfacher zu erklimmen sind. Der nächste Baum, an dem Timur seine Kletterkünste ausprobierte war so einer. Er ist sogar oben schön geneigt fast parallel zum Boden und hat viele viele Äste. Dort hat Timur dann eine Menge Zeit verbracht, ein wunderbarer Aussichtspunkt.

 

Ein letztes Kletterabenteuer möchte ich euch noch erzählen. Diesmal nicht von Timur, sondern von unserer Mama Katze Lola. Diese ist doch tatsächlich mit ihrem verletzten Bein auf den Kastanienbaum geklettert und als Hussein am Sonntag Morgen mit Timur in den Hof kam, miaute Lola ganz verzweifelt, weil sie es nicht mehr herunter schaffte. Hussein hatte darauf hin den genialen Einfall, ihr eine Abstiegshilfe zu geben in Form  eines Campingstuhls, der meist unter dem Bäumchen steht. Er hielt Lola den Stuhl so nach oben, dass sie darüber  zur nächsten Astgabel gelangte. Dann hielt Hussein den Stuhl wieder neu hin und die schlaue Lola wusste genau, was zu tun war. Sie bekam somit eine mobile Treppe, die sie den Baum hinunter führte. Mein Mann war sehr
beeindruckt wie klug doch diese Katze ist.
Lolas Verletzung scheint zum Glück endlich besser zu werden. Sie humpelt nun nur noch ganz leicht und wir hoffen, dass das Bein bald ganz geheilt ist.

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Cat Watching – Katzenspaß im Hof

Man könnte fast glauben es ist schon Sommer, so herrlich ist das Wetter zur Zeit.
Da geh ich am liebsten mit unserem Katerchen Timur hinunter ins Grüne und schaue den Katzen beim Spielen zu.
Am Anfang war ich heute mit Timur ganz allein aber schließlich kam die Lara dazu. Sie stolzierte eine Zeit auf der hinteren Hofmauer und beobachte Timur und mich. Dann sprang sie geschickt herunter und begann ein Spielchen mit unserem jungen Kater. Lara interessierte dabei besonders die Leine vom Katzengeschirr. Timur gewöhnt sich langsam aber sicher an sein Anhängsel. Er ist zwar nicht so ausgelassen wie wenn er ohne Geschirr unterwegs ist aber er bewegt sich mehr und mehr und streift zügig über die Wiese, zu den Büschen und diesmal sogar auf die Campingliege statt darunter.

Schließlich gesellten sich auch noch Luna und ihre Mama Lola zu uns nur Tobi fehlte heute mal ganz. Wer weiß, wo er wieder herum stromerte.
Auch Ursula, Lola’s Besitzerin kam noch eine Weile mit herunter.
Luna begann sofort damit, mit ihrer Schwester Lara Angriff und Gegenangriff zu spielen. Die beiden sitzen sich dabei in einigem Abstand gegenüber und belauern sich bis eine den Überraschungsangriff wagt. So überraschend ist der aber für den Beobachter nicht, denn es beginnt immer so: Der Vorderkörper ist geduckt, das Hinterteil angehoben und mit den Hinterbeinen macht die Katze eine Art Warmlaufen auf der Stelle. Es
erinnert mich auch immer an den Trommelwirbel vor einer Zirkus Nummer. Dann folgt der Absprung und die andere Katze lässt sich genüsslich überfallen mit herumwälzen am Boden und allem drum und dran. Dann beginnt das Spiel von vorn und es wird wieder in Lauerstellung gegangen. Sogar Lola lässt sich neuerdings wieder zu
solchen Spielchen mit ihren Töchtern hinreißen.

 

Aber Lola macht uns gerade auch etwas Sorgen. Sie humpelt seit einigen Tagen stark und es wird auch nicht wirklich besser. Sie hat jetzt vom Tierarzt Schmerzmittel bekommen und wir können nur abwarten ob mit der Zeit damit eine Besserung eintritt. Wenn nicht müsste ein Test gemacht werden, ob ein Band gerissen ist. Dieser Test kann aber nur unter Narkose durchgeführt werden, weil es für das Tier zu schmerzhaft wäre und
es völlig verkrampfen würde. Wir hoffen jetzt sehr, dass das nicht nötig sein wird und Lola sich nur das Bein verstaucht hat. Ansonsten ist sie trotz Verletzung viel unterwegs und es ist völlig unmöglich, sie lange drin zu behalten.

Ein Kater an der Leine: Timurs erste Abenteuer mit dem Katzengeschirr

Unser Bengalkater Timur ist nun acht Monate alt. Er ist groß und kräftig geworden und das nicht nur physisch. Seine Persönlichkeit entwickelt sich genauso wie sein Körper, sie wird immer stärker. Timurs Bedürfnisse ähneln immer mehr denen eines Hundes. Er braucht Aufmerksamkeit und Beschäftigung, Auslauf und Abwechslung. Timur erinnert uns immer wieder daran, indem er fleißig miaut, je nachdem was er gerade möchte.
Timur will sich weniger mit sich selbst als sich vielmehr mit uns beschäftigten.
Er erzählt und kommuniziert den ganzen Tag. Miau ! Spielt mal jemand mit mir ? Miau! Mir ist langweilig! Miau! Wo ist denn schon wieder die Luna ? Miau! Ich will auch mit auf den Hof! Miau! Wo ist mein Papa ?
Timur hat eine ganz besondere Beziehung zu meinem Mann, er hört auf ihn wie ein kleiner Hund. Deshalb ist er bis jetzt auch der einzige gewesen, der mit ihm raus gehen konnte. Ohne Geschirr fühlt sich unser Katerchen inzwischen sehr wohl auf dem Hof und tollt mit den anderen Katzen herum.

 

 

Es war nur ärgerlich, dass die Kinder und ich uns nicht allein mit ihm nach draußen trauten und das sollte sich nun endlich ändern. Ich habe tatsächlich ein Katzengeschirr für Timur gefunden, das er akzeptiert.
Damit können wir jederzeit sorglos mit dem Kater nach draußen gehen, ohne dass wir fürchten müssen, dass er über den nächsten Hof verschwindet und keine Lust hat wieder mit rein zu kommen. Er ist sehr schnell und sehr kräftig, da hätten wir kaum eine Chance.

Das erste Geschirr, das wir ausprobiert haben, war wie eine kleine Weste geschnitten und hatte Klettverschlüsse. Sobald ich es Timur angelegt hatte, fiel dieser jedesmal augenblicklich und demonstrativ auf die Seite und bewegte sich nicht mehr. Er tat so, als hätte ich ihn in eine schwere eiserne Rüstung gesteckt, mit der er sich auf keinen Fall bewegen konnte. Timur versuchte zwar nicht, sich daraus zu befreien, aber er kroch mitleideregend in seine Höhle und schaute nur noch zutiefst deprimiert und vorwurfsvoll in die Welt. Dann folgten noch einige herzzerreißende lang gezogene Miaus: Wie könnt ihr mir sowas nur antun!!!
So ging das jedesmal ohne Besserung. Und ich schaute mich schließlich nach einem anderen Geschirr um.
Bei Pinterest hatte ich viele wunderschöne Bilder einer Bengalkatze namens Suki gesehen, die mit ihrer Besitzerin in den traumhaften wilden Landschaften von Kanada umherreist. Sie hat immer ein Geschirr an, das ganz einfach nur aus zwei miteinander verbundenen Gurten besteht, einen für den Hals und einen für den Oberkörper. Es gibt so eine große und wunderschöne Bildersammlung von Suki. Hier ein Link dazu:

Suki die Bengalkatze aus Kanada

So ein Geschirr hatte ich nun auch für Timur bestellt, vielleicht würde er sich darin etwas freier und nicht ganz so angezogen fühlen. Und so war es dann auch. Immerhin bewegt sich unser Katerchen in diesem Geschirr und fällt nicht gleich um.
Die beste Vorraussetzung, um mit ihm den ersten kleinen Ausflug an der Leine zu wagen. So ganz wohl fühlte er sich natürlich noch nicht, aber die Neugier siegte wiedermal über das Unbehagen. Timur lief geduckt aber zielstrebig zu all den Plätzen im Hof, die ihn interessierten. Luna kam auch gleich dazu und machte ihm Mut.

Ich genoss das entspannte Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Timur konnte nicht mehr einfach unter ein geparktes Auto huschen, wo ich dann eine gefühlte Ewigkeit versuchen müsste, ihn wieder hervor zu locken. Und als Luna durch den Zaun in den Nachbarhof schlüpfte, konnte ich Timur mit Leichtigkeit davon abhalten, hinterher zu rennen. Das gefiel ihm zwar nicht sonderlich, aber Timur akzeptierte seine nicht ganz so freie Situation erstaunlich gut.

Und so durfte er auch bei unserer ersten kleinen Grillparty in diesem Frühling dabei sein. Wir wechselten uns einfach ab mit dem Herumführen des Katerchens. Und mein Mann konnte sich ganz auf den Grill konzentrieren. Es war eine so schöne und besondere Katzenhaus-Party, ganz spontan mit vielen Gästen und vielen Katzen.

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Die ersten und die ungeduldigsten Partygäste .

Wir gehen jetzt jeden Tag mit Timur auf den Hof und wir alle haben dabei unseren Spaß. Die Kinder haben sogar eine kleine Festung aus Ziegelsteinen gebaut, die er jetzt als Basislager für seine Erkundungen nutzt.

Ein Wintertag im Frühling: So ein Katzenwetter!

Das Wetter ist ein Trauerspiel. Es ist der 22. März und es schneit schon seit Stunden bei Temperaturen von null bis zwei Grad. Ich komme gerade aus der Stadt und eile zur Rettung unserer armen Kätzchen, die schon seit ungefähr 7.15 Uhr draußen sind.
Kaum öffne ich die Tür zum Hof, stürzt auch schon Luna herein. Ich rufe noch nach Tobi und Lara und klappere dabei kräftig mit dem Schlüssel. Tobi kommt von der hinteren Mauer gesprungen und rennt so schnell er kann auf mich zu und zur Tür herein. Jetzt fehlt nur noch Lara. Ich rufe und rufe, keine Lara. Als ich schließlich aufgebe und mich umdrehe, um mit den anderen beiden die Treppen hinauf zu gehen, sitzt doch da tatsächlich Lara hinter mir und schaut mich unschuldig an. Sie hat sich also irgendwie herein gezaubert.

Luna und Lara kommen mit mir die Treppen rauf, während Tobi sich mal wieder Zeit lässt. Aus Erfahrung weiß ich,  dass er dann irgendwann bei mir vor der Tür sitzt und darauf wartet, herein gelassen zu werden. Ich mach einfach noch ein paar mal meine Wohnungstür auf und schwupp ist er irgendwann drin. Unser Kater Timur, der sich schon den ganzen Vormittag alleine gelangweilt hat, ist ganz aus dem Häuschen.
Soviel Spielkameraden auf einmal. Da weiß er gar nicht, wem er zuerst hinterher jagen soll. Mit Lara in der Pflanzenecke ist es schonmal lustig. Es ist wirklich erstaunlich, dass nie eine Pflanze umgeworfen wird, aber ich will das mal lieber nicht zu laut schreiben.

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Im Dschungel ist es doch am schönsten
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Zwei echte und eine falsche Katze

Im Flur habe ich schließlich noch ein paar Kartons zur Unterhaltung verteilt. Katzen lieben die Papierkisten. Und da es viele Katzen sind, müssen es auch viele Kartons sein.
Dazu noch unser Katzentunnel und das Spieleland ist perfekt.

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Suchbild, hier sind vier Katzen versteckt.
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Lara wird in ihrer Festung von Timur belagert

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Nach so viel Herumtollen muss natürlich auch gegessen werden. Luna und Lara schlabbern ein Katzensüppchen .Ja ihr habt richtig gelesen, es gibt doch tatsächlich Suppen für Katzen und zwar von Sheba. Sie sehen auch richtig lecker aus und schmecken, jedenfalls den beiden Damen. Nur warm werden sie nicht serviert.
Für Tobi ist das nichts, einmal dran gerochen und schon war es aus mit dem Interesse. Tobi braucht Futter für ganze Kerle. Da springt er mir auch mal auf die Arbeitsplatte und schaut, ob ich nicht was besseres für ihn habe. Die Champignons sind schonmal nichts. Aber er bekommt etwas von dem Hackfleisch, das ich für die Bolognese Sauce brauche. Tobi ist verrückt nach Hackfleisch und auch nach jeder anderen Art rohes Fleisch.

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Nicht nach Tobis Geschmack !

Jetzt wird aber weiter gespielt. Ein ebenfalls sehr beliebter Tummelplatz ist unser großer Esstisch oder besser unter unserem Esstisch. Der Wald aus Stuhlbeinen und Sitzflächen ist wunderbar geeignet zum Verstecken.

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Stuhlbeine und Katzenbeine

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Hier macht Tobi auch am liebsten seinen Mittagsschlaf

Luna ist froh, dass Timur nun jemand anderen zum Spielen hat und geht schonmal schlafen.

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Timur schnuppert Frühlingsluft: Ein Bengalkater entdeckt die Welt

Unser junger Bengalkater Timur hatte den ganzen Winter in der Wohnung verbracht.
Gestern war nun endlich einmal wunderschön warmes Frühlingswetter und wir alle hatten uns schon so lange darauf gefreut, endlich mit unserem kleinen Leoparden nach draußen gehen zu können. Bis jetzt hatte sich Timur nur ab und zu ins Treppenhaus gewagt. Er lief auch nie viele Treppen nach unten, denn das fremde Gebiet war ihm gar nicht geheuer. Als ich ihn vor einigen Wochen an einem sonnigen Tag mal mit
nach unten nehmen wollte, hatte er sich voller Panik auf halber Strecke aus meinen Armen befreit, war blitzschnell die Treppen nach oben gerast und in der Wohnung verschwunden.
Diesmal überließ ich es meinem Mann, Timur zu tragen. Dieser Kater ist inzwischen noch größer und kräftiger geworden, so dass ich ihn ganz bestimmt nicht festhalten könnte, wenn er Angst bekommt. Er ist jetzt sieben Monate alt, für einen Kater das beste Teenager Alter.

Meine Töchter Hannah ( 12 ) und Aliah ( 10 ) lassen sich dieses Ereignis natürlich nicht entgehen und kommen auch mit auf den Hof. Nur Luna macht bereits ihren Mittagsschlaf und hat gar keine Lust mitzukommen. Timur wird wie erwartet schon auf dem Weg durchs Treppenhaus sehr nervös. Aber mein Mann hält ihn fest und
redet ihm gut zu. Unten auf dem Hof angekommen, lässt er Timur auf den Boden. Der läuft geduckt und ängstlich in Richtung Kellerfenster und Kellertreppe. Irgendwo muss es doch einen Ort geben, wo er sich verstecken kann.

 

Der ganze Hof erscheint ihm so, wie eine fremde gefährliche Welt, nur dass in dieser gruseligen Umgebung seine Freunde Lara und Tobi herum tollen als wäre nichts.

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Lara schaut sich nach Schmetterlingen um
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Tobi spielt mit Willi Verstecke hinterm Baum
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Der Frühling ist da

 

Timur kann das gar nicht verstehen. Immer noch läuft er geduckt und hält sich an die Mauer, oder er wagt sich hinter die Mülltonnen. Dort ist auch ein guter Beobachtungsposten. Hauptsache die Deckung stimmt. So langsam wird er immer neugieriger und verlässt auch ganz kurz mal seine sicheren Rückzugsorte.

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Willi sitzt hinter dem Busch und schaut schonmal neugierig nach Timur, aber der ist in höchster Konzentration. Nichts darf ihm entgehen.

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Lara kommt und versucht, mit ihm zu spielen. Aber Timur ist nicht in Spielelaune. Lara scheint den Ernst der Lage nicht zu verstehen. Er muss hier schließlich einen neuen Kontinent erkunden, wer weiß welche Gefahren da lauern.

Mein Mann versucht immer wieder, Timur auf die Wiese in die Sonne zu locken. Dort fängt Lara Schmetterlinge und Tobi spielt mit Willi, dem grau gestreiften und gut genährten Nachbarskater, der immer zu Besuch kommt.
Schließlich verliert Hannah die Geduld. Sie trägt Timur einfach mal in die Sonne und setzt ihn auf das grüne Gras. Der arme Kerl verhält sich daraufhin, als hätte ihn jemand ins kalte Wasser geworfen. Zack, wie eine Rakete rast er zum Gartenwagen im Schatten der Hauswand und versteckt sich. Diese Wiese und diese Sonne, das ist wirklich zu viel verlangt.

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Aber die Neugier nagt an ihm. Alle sitzen entspannt auf der Wiese. Die anderen Katzen spielen unbekümmert. Mein Mann Hussein albert mit Willi herum, der versucht einen Stock zu fangen und dabei sehr lustige hohe Töne von sich gibt. Timur kann nicht länger tatenlos zusehen, endlich kommt er mutig auf die Wiese. Willi interessiert ihn am meisten. Den kennt er noch nicht und auch Willi findet Timur äußerst spannend. Willi folgt Timur mehr oder weniger unauffällig während dieser die Mauer im hinteren Teil des Hofes erkundet. Dort wachsen viele Pflanzen unter denen sich Katzen wunderbar verstecken können.

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Das ist Willi
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Timur und Willi auf dem Weg zur hinteren Mauer

Timur fühlt sich nun mutig und selbstbewusst und das sieht man auch an seiner Haltung. Wäre unser Hof der Mond und Timur ein Astronaut, so hätte er jetzt seine Fahne in den Boden gesteckt. Was für eine Eroberung !

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Lara in der Falle

 

Lara ist ein Töchterchen von Lola und genau wie ihre Mutter hat sie ihre ganz eigene Persönlichkeit. Lara weiß genau, was sie will und noch viel genauer weiß sie, was sie nicht will. Sie besteht einerseits lautstark auf ihre Freiheit und lässt sich nur sehr ungern herumtragen, andererseits möchte die kleine Dame niemals alleine sein und sucht deshalb immer die Nähe der anderen Katzen oder der Menschen. Aber das immer in gebührendem Abstand. Sie kuschelt natürlich auch viel mit ihrer Besitzerin Kerstin. Aber da ist Kerstin wirklich die Auserwählte, wir anderen dürfen sie höchstens mal kurz streicheln.

1Lara diskutiert Katzenhaus Blog
Hier diskutiert Lara gerade mit Kerstin, die ihre Tasche packen möchte.

Es war ein Tag wie jeder andere Wochentag. Ich brachte Aliah und ihre Freundin Miriam zur Schule, die beiden gehen in die selbe Klasse. Kerstin machte sich fast gleichzeitig auf den Weg zur Arbeit in ihre Praxis für Ganzheitsmedizin. Mit uns zusammen durfte auch die Kätzchen-Bande nach draußen.
Ich sah Tobi gleich hinter Miriam aus der Haustür huschen. Unsere Luna wartete schon im Hof auf ihn. Etwas später am Vormittag schaute ich nach den dreien und klapperte mit der Leckerli Dose. Luna und Tobi kamen gleich angeflitzt aber von Lara keine Spur. Auch am Morgen hatte ich sie nicht gesehen und deshalb fragte ich über What’s App, ob Lara denn überhaupt mit raus geschickt wurde. Kerstin antwortete recht schnell, dass sie Lara doch zusammen mit Tobi die Treppen runter geschickt hatte. Das war wirklich seltsam, denn ich hatte nur den weiß grauen kleinen Kater aus der Haustür kommen sehen.

Der Sache musste ich auf den Grund gehen und auch Kerstin bat mich besorgt, nochmal in ihrem Treppenhaus nachzusehen. Ich hatte zum Glück einen Schlüssel von ihr bekommen, da ich öfter Kindergarten – Dienst für unsere drei damals noch sehr kleinen Kätzchen hatte und Lara zusammen mit Tobi aus dem Nachbarhaus zu uns
herüber holte. Zu dieser Zeit durften die drei noch nicht alleine hinaus.
Gut, dass der Schlüssel bei mir geblieben war, so konnte ich ganz einfach mal nachschauen gehen. Ich öffnete die Tür und fand keine Lara dahinter. So stieg ich also die Treppen hinauf, vielleicht war Lara ja nach oben statt nach unten gelaufen. Ich rief auch nach ihr und kaum hatte ich das getan, hörte ich ein herzzerreißendes Miauuu, Miauuuu, Miauuuu….!!! ohne Unterbrechung klagte da ein armes Kätzchen von
irgendwo her.
Zuerst dachte ich, Lara wäre doch noch bei Kerstin in der Wohnung aber dann sah ich einen Schatten hinter Steffis Tür hochspringen. Das Miau kam gar nicht aus Kerstins Wohnung sondern aus Steffis, dort wo eigentlich Tobi zu Hause war. Die beiden wohnen direkt nebeneinander auf einer Etage.

Lara war außer sich und sprang wie wild an der Türe hoch, miaute in einem Fort, so dass es mir bald das Herz zerriss. Das Tragische daran, ich hatte nur einen Schlüssel für Kerstins Wohnung aber nicht für Steffis. Dort war natürlich niemand zu Hause und Lara war den ganzen Morgen und Vormittag allein dort eingesperrt gewesen. Da ist die neugierige Katze einfach anstatt die Treppen zum Hof zu nehmen, schnell mal in Tobis
Wohnung hinein gehuscht und Miriam hatte sie nicht gesehen. Sie schloss die Tür ab und ging mit Tobi runter. Lara saß in der Falle und niemand ahnte etwas.
Dort war sie nun gefangen und ganz allein, eigentlich das Schlimmste was diesem Kätzchen passieren konnte. Ich versuchte sie zu beruhigen, aber je mehr ich sprach desto verzweifelter miaute die Kleine.

Nachdem ich die Situation auf What’s App geschildert hatte, rief mich gleich Steffi an.
Sie machte sich nun auch Sorgen, dass Lara vielleicht nicht aufs Katzenklo konnte. Sie wusste gar nicht, ob die Tür zum Bad offen geblieben war. Sie fragte mich, ob ich nicht in die Schule gehen könnte, um von Miriam den Schlüssel zu holen. Das war wohl für Katze und Menschen die beste und schnellste Lösung. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, die Lara bis zum Nachmittag dort sich selbst zu überlassen.

So machte ich mich auf den Weg zur Grundschule, die keine zehn Minuten von uns entfernt ist. Hoffentlich ist bald Pause, dachte ich bei mir. Ich fühlte mich gar nicht wohl bei dem Gedanken, einfach in den Unterricht zu platzen :„Entschuldigung aber wir haben da einen Katzen – Notfall und ich brauche unbedingt Miriams
Schlüssel!“ Wer weiß, ob sie mir den überhaupt geben dürfte.
So setzte ich mich lieber vors Klassenzimmer der 3 b und wartete auf das Pausenklingeln. Ich hatte Glück, es dauerte nur 10 Minuten. Die ersten Kinder, die aus dem Zimmer kamen, erzählten meiner Tochter Aliah gleich, dass ihre Mama vor der Tür saß und sie kam sehr verwundert zu mir. So konnte ich meine Tochter ganz unauffällig bitten, doch mal die Miriam mit ihrem Schlüssel her zu holen.

Endlich hatte ich den Schlüssel und eilte zurück. Lara war inzwischen ganz still geworden. Ich schloss die Tür auf und sie begrüßte mich so dankbar. Lara freute sich tatsächlich mehr über mich, als über ihre Freiheit. Endlich war sie nicht mehr alleine.
Nun inspizierte ich in Steffis Auftrag noch die Wohnung. Es gab keine Anzeichen von Verwüstung und auch die Badtür war geöffnet, das Katzenklo also zugänglich.
Es folgte große allgemeine Erleichterung in der What’s App – Gruppe. Luna und Tobi kamen auch gleich angerannt, als ich mit Lara nach draußen kam und sie begannen sofort, miteinander zu spielen. Ich machte gleich noch einige Fotos von der glücklichen Wiedervereinigung.

Lara widerfrei Katzenhais Blog

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Tigger und die Schnecken

Tigger ist ein lieber und etwas ängstlicher rot gestreifter Kater, der in der Dachwohnung unserer Nachbarin Suse zu Hause ist. Er lebt dort zusammen mit Bruni einer alten Kartäuser-Katzendame.
Tigger ist ein Wohnungskater. Suse hatte ihn zusammen mit ihrer Tochter Clara aus dem Tierheim geholt. Trotz seiner Ängstlichkeit ist er schon immer auch sehr sehr neugierig und wagt sich bei Gelegenheit auch hinaus ins Treppenhaus. Aber sein liebstes Territorium ist das Dach. Er schlüpft hinaus durchs Fenster und klettert
dort oben herum, als wäre es ein zweites Wohnzimmer. Tigger ist auch ein Meister im Verstecken. Es kommt sogar recht oft vor, dass Suse die ganze Wohnung nach ihm
durchsucht und ihn nirgendwo findet. Irgendwann taucht er dann plötzlich seelenruhig wieder auf, als wäre nichts gewesen und Suse kann sich noch so lange den Kopf zerbrechen, wo er sich wieder versteckt haben könnte. Sie wird es nie erfahren.

Dieses spezielle Talent wurde dem armen Tigger jedoch eines Tages zum Verhängnis.
Suse konnte Tigger mal wieder nicht finden und dachte sich erst nichts Böses dabei. Wenn er nicht gefunden werden will, hab ich sowieso keine Chance, dachte Suse und ging schlafen. Morgen früh wird er schon wieder hervor kommen. Nur diesmal wollte der arme Tigger unbedingt gefunden werden, nur ahnte seine Besitzerin zu dieser Zeit absolut nichts von seinem Unglück.  Am nächsten Morgen, als Tigger noch immer nicht zu sehen war, fing Suse an, sich ernsthaft Sorgen zu machen.
Plötzlich kam ihr der schreckliche Gedanke, ihr Katerchen könnte vom Dach gefallen sein. Sie lief hinunter in den Hof. Dort schaute Suse in alle Ecken nach, unter Bäumen und Büschen … kein Tigger! Zuletzt ging sie noch die alte Kellertreppe hinunter, die von Außen zum Kellereingang führte und dort unten in einer dunklen Ecke fand sie schließlich ein zusammengekauertes Bündel Fell, über und über bedeckt mit Schnecken.

Es war tatsächlich Tigger, der wohl die ganze Nacht im Freien verbringen musste. Er
hatte solche schreckliche Angst gehabt, dass er sich in diese Ecke geflüchtet hatte und sich über viele Stunden nicht mehr bewegte. So hatten die Schnecken Zeit, in aller Ruhe auf ihn drauf zu kriechen und sich ein gemütliches Plätzchen in seinem Fell zu suchen. Tiggers Augen waren weit aufgerissen und er gab keinen Ton von sich. Es war ein erbarmungswürdiger Anblick. Ganz vorsichtig las Suse ihm die Schnecken vom Fell. Sie war noch gar nicht sicher, ob er nicht verletzt war und hob ihn behutsam hoch, tastete ihn ab und ging mit ihm die Treppen hinauf. Zu Suses großer Erleichterung gab Tigger keine Schmerzensschreie von sich und schien unverletzt zu sein. Um ganz sicher zu gehen, dass er auch nichts gebrochen hatte, lies sie ihn die letzte Treppe allein hochlaufen. Kaum hatten Tiggers Pfoten den Boden berührt, sauste er wie ein geölter Blitz hinauf in die Wohnung und schwupp aufs Katzenklo. Das musste sich der Arme wohl die ganze Nacht lang verkniffen haben. Nachdem er sein Geschäft erledigt hatte, begann Tigger damit, sich gründlich zu putzen. Er hörte zwei Stunden lang nicht mehr damit auf und erst als auch der letzte Schmutz aus seinem Fell geleckt war, der an dieses schreckliche Erlebnis erinnerte, schleppte er sich erschöpft in Suses Bett und schlief dort für den Rest des Tages.

Wie war das mit der Kastration ?

Unsere Katzen sind alle noch sehr jung. Luna und Lara wurden am 18. 5. 2017 geboren und Tobi ist nur zwei oder drei Wochen älter. Die Mama Lola wurde am 18. 5. 2016 geboren und ist somit noch nicht einmal zwei Jahre alt. Der jüngste im Bunde ist unser Bengalkater Timur. Er wurde am 1. 8. 2017 geboren. Es ist demnach gar nicht lange her, dass die Kätzchen kastriert wurden und das war natürlich ein intensives Erlebnis für die Tiere genauso wie für uns.
Lola wurde letzten Sommer operiert, nachdem die Jungen abgestillt waren. Alles verlief unkompliziert und Lola war am selben Abend schon wieder auf den Beinen und wollte nach draußen. Sie hatte eine recht große lilafarbene Naht am Unterbauch und der ganze rasierte Bereich war silbern gefärbt. Ich hab mich mal belesen, was es mit dieser silbernen Farbe auf sich hat. Es handelt sich um ein Aluminium Spray, das besonders gern von Tierärzten zur Abdeckung von Wunden verwendet wird, die nicht verbunden werden können.
(Das Silberspray ermöglicht den Schutz von Wunden, welche nicht oder nur schlecht mit einem Verband bedeckt werden können.  Silberspray bildet einen lückenlosen, feuchtigkeitsabweisenden Metallfilm, der ebenso wie ein Wundverband das Innere der Wunde vor Staub und Schmutz schützt und gleichzeitig die Elastizität der Haut nicht behindert, Von N. Fuchs Am 21/02/2013)
Lola hatte einen Kragen bekommen, damit sie nicht an der Wunde lecken konnte, aber den akzeptierte sie überhaupt nicht. So machte sich Lola sofort daran, den ganzen Bauchbereich gründlich abzulecken und nichts und niemand konnte sie davon abbringen. Ihre Schnauze und ihre Zunge wurden ganz silbern. Ansonsten hat es ihr aber hoffentlich nicht geschadet. Diese Substanz ist nicht giftig.
1 Kastration Lola Silberspray
Lola sitzt am selben Abend schon wieder ungeduldig an der Wohnungstür, die Schnauze glänzt ganz silbergrau.
Tobi ist der älteste von der neuen Generation Kätzchen und wurde somit als erster von ihnen kastriert. Unser guter und netter Tierarzt war inzwischen völlig überraschend verstorben und so mussten wir leider einen neuen finden. Steffi , Tobis Besitzerin, bekam recht schnell einen Termin in einer etwas entfernteren Praxis, die uns wärmstens von meiner Nachbarin Suse empfohlen wurde. Sie brachte ihre beiden Wohnungskatzen schon seit über zehn Jahren dorthin und war immer sehr zufrieden.
Die Kastration eines Katers ist sehr viel unkomplizierter als die einer Katze, denn es muss nur ein kleiner Schnitt an den Hoden gemacht werden. Diese Wunde braucht auch nicht genäht zu werden und verheilt sehr schnell.
Die Operation wird natürlich in Vollnarkose durchgeführt und das Tier darf deshalb vorher 12 Stunden lang nicht gefressen haben.
Während des Eingriffs werden die inneren Hoden erst abgebunden und dann entfernt. Äußerlich gibt es dabei wie schon erwähnt nur einen ganz kleinen Einschnitt.
Tobi wurde früh um zehn hingebracht und durfte am Nachmittag des selben Tages wieder abgeholt werden. Auch er war schon am nächsten Tag wieder fit und tobte draußen herum.
Es ist für die meisten Kater und Katzen eine große Erleichterung, nicht mehr ihren Sexualtrieben ausgeliefert zu sein. Besonders Kater werden zu rastlosen Einzelkämpfern, immer auf der Suche nach Weibchen, oft in üble Revierkämpfe verwickelt und in der Wohnung sind sie auch nicht mehr so gern gesehen, denn sie markieren überall ihr Revier mit einem ganz besonders intensiven beißenden Geruch im Urin.
Weibliche Katzen würden mindestens zweimal im Jahr Babys bekommen, eine ganz enorme körperliche Belastung und auch für Katzen gibt es bei jeder Geburt ein Risiko für das Muttertier. Wenn sie nicht gedeckt werden, dann besteht die Gefahr einer Dauerrolligkeit, welche auch ununterbrochenen Stress für die Katze bedeuten würde. Eine Kastration ist also eine Maßnahme, die vor allem der Katze großen Nutzen bringt und wir müssen deswegen kein schlechtes Gewissen haben.
Unsere beiden Schwesterchen Luna und Lara waren als nächstes dran. Kerstin, Laras Besitzerin, und ich brachten die beiden gemeinsam zum Termin in die Tierarzt- Praxis.
Hier hatten wir die Wahl, ob die Kätzchen nach der OP einen Kragen bekommen sollten oder einen Body. Beides sollte verhindern, dass sie an der Naht lecken. Wir entschieden uns für den süßen roten Body. Ich wusste auch noch von Lola, dass so ein Kragen wohl nicht viel nützen würde.
Die Operation bei den weiblichen Katzen ist doch ein recht großer Eingriff. Der Unterbauch wird geöffnet und die Eierstöcke werden erst abgebunden und dann ganz entfernt. Die Wunde wird dann in mehreren Schichten vernäht.
Als wir die beiden am Nachmittag abholten, steckten sie bereits in den roten Bodys, waren wach aber noch sehr benommen. Sie hatten die OP gut überstanden.
Die Tierärztin eröffnete uns auch, dass die beiden Flöhe hatten und sie ihnen ein Mittel dagegen verabreicht hatte.( Sofort gab es einen Floh – Alarm in unsere WhatsApp – Gruppe.)
Normalerweise hätten wir zum Fäden-Ziehen nach einer Woche wieder kommen sollen, aber da mein Mann und auch Kerstin Ärzte sind, wollten wir das zu Hause selber übernehmen.
1 Kastration Luna mit Body
Luna ist ganz erschöpft nach ihrer OP
Nun hätten wir erwartet, dass unsere zwei bald wieder munter herumlaufen würden so wie Lola und Tobi. Aber das war nicht der Fall, sie schliefen und schliefen. Zwar frassen Luna und Lara zwischendurch ordentlich und hatten auch kein Fieber aber ansonsten wurde tagelang nur noch geschlafen. Lara wirkte lange sehr verkrampft und hockte immer in der selben Stellung. Es dauerte einige Zeit bis sie sich wieder entspannen konnte. Luna lag nur noch in ihrem Körbchen auf dem Kratzbaum und ließ sich von Timur gesund pflegen. Dieser kuschelte sich an sie und schleckte sein Schwesterchen ab.
1 Kastration Tiumur und Luna 1
Timur kümmerte sich ganz rührend um sein Schwesterchen
Ganze vier Tage verbrachte unsere Luna so im ständigen Halbschlaf. Lara war einen Tag eher wieder auf den Beinen und wagte sich auf den Hof.
Wir hatten uns natürlich Sorgen gemacht, da es eher untypisch ist, dass die Erholungsphase so lange dauert. Ich hatte aber im Internet von ähnlichen Fällen gelesen und egal wie lange es dauert, die Kätzchen sind nach einigen Tagen wieder ganz die alten.
Das Schlafen ist auch ein Mittel für die Katzen, mit Schmerzen umzugehen.
Ich war so erleichtert, als unsere Luna am fünften Tag nach der OP endlich wieder flink die Treppen hinunter lief und in den Hof wollte.
1 Kastration Lara wieder fit
Lara war die erste, die wieder auf dem Hof unterwegs war, aber immer noch im schicken roten Outfit. Von dem hatte Kerstin den Kragen abgeschnitten, damit es bequemer für sie war.

Nach einer Woche durften die Bodys weg. Luna putze sich dann geschlagene zwei Stunden, sie musste schließlich sieben Tage fehlende Fellpflege nachholen. Der Bauch war ganz kahl und nur ein kleines Pflaster war über die Naht geklebt. Alles sah sehr gut aus und Kerstin kam schließlich mit Lara zu uns für den letzen Akt, den des Fäden – Ziehens. Mein Mann hatte extra Utensilien dafür aus der Praxis mitgebracht. Die beiden vom Fach erledigten das ganz professionell und ich war froh als endlich alles geschafft war.

 

1 Kastration Luna ohne Body
Luna ist wieder frei, hat nur noch ein Pflaster.

Der letzte, der kastriert wurde, war unser Timur. Bei ihm verlief alles genauso problemlos wie bei Tobi. Nur eines hat er wirklich übel genommem. Er durfte die ganze Nacht vor der OP nichts fressen. Für unseren nachtaktiven Kater eine Katastrophe! Jede halbe Stunde lag er meinem Mann, der fast genauso nachtaktiv ist wie Timur, in den Ohren: „Miau , Hunger !!!! ….. Miauuuu, Was ist hier los ??? …..Miiiiau , verstehst du mich nicht  ???“ Das hat Hussein fast das Herz gebrochen, dafür gab er ihm am Abend nach der Operation gleich doppelt so viel und Timur frass drei Tage lang, als wäre er nur knapp dem Hungertod entkommen.

Viele fragen zum Thema Kastration werden auch hier sehr gut beantwortet:

Kastration – Fragen und Anworten