Heinz – kleiner Kater ohne Furcht und Tadel

 „Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos.“

Diese allseits bekannte Weisheit ist besonders jenen bewusst, die schon einmal stolze Hüter einer selbigen waren. Und ebenso erging es nun Ursula und ihrem Sohn Franz Martin. Lola schien sich für längere Zeit verabschiedet zu haben und  nun fehlte einfach etwas Weiches, Liebes, Schnurrendes und Mäusefangendes in ihrem Leben.

Während Familie Ursula im Juli an der Ostsee im Urlaub war, erhielt ich einen Anruf von Steffi. Steffi ist die Mama von Tobi, einem weiss grauen Kater, und Gründungsmitglied unseres wunderbaren Katzenhauses. Sie sagte mit einem geheimnisvollen Unterton zu mir: „ Schau Dich doch bitte mal nach einem Katzenbaby um !“ „Ach!“ dachte ich, „das ist gar nicht schwer zu erraten, für wen das wohl sein soll“ und Steffi musste es wirklich nicht dazu sagen. „Nichts lieber als das“, meinte ich zu ihr, „Da findet sich doch bestimmt ein Kleines, zumal die Maikätzchen jetzt ungefähr im richtigen Alter sein müssten.“

Die erste Suchanfrage richtete ich an meine Freundin Sibylle. Sie ist die eifrigste Katzenbaby – Vermittlerin, die ich kenne und hat eigentlich immer ein kleines Fellbündel in der Hinterhand. Aber diesmal war sie leider nicht in der Lage, mir weiter zu helfen. Die zweite Suchanfrage ging, wie sollte es anders sein, an Ebay Kleinanzeigen. Zwei Anzeigen kamen in die engere Auswahl und ich schickte sie gleich per What’s App an Steffi. Am besten gefiel uns beiden ein kleiner Mai – Kater, der ein liebes zu Hause für ein Leben als Freigänger suchte. Er hatte grau gestreiftes Fell und vier weiße Pfötchen, ein wunderhübscher kleiner Kerl.

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Der kleine Mai-Kater aus der Anzeige

Steffi schickte die beiden Anzeigen zu Ursula und dann hieß es erstmal abwarten. Schon am nächsten Tag bekamen wir von der Ostsee die glückliche Nachricht, dass „Heinz“, so sollte er heißen,  am 10. 8. nur einen Tag nachdem sie aus dem Urlaub zurück gekommen sind, in Holzhausen abgeholt wird. Natürlich war die Wahl auf den kleinen Grauen gefallen, so hübsch und unwiderstehlich wie er war. Heinz kam aus einem wohlbehüteten Zuhause und verbrachte seine ersten Lebenswochen zusammen mit seiner Mama, einem Schwesterchen und einem Brüderchen.

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Heinz mit seinen Geschwistern

Bald durften wir den Heinzi in seinem neuen Zuhause bei Ursula besuchen. Eine Treppe nach unten und wir waren da. Dieser Fell – Flummi von Katerchen kam sofort zu uns gerannt und war so gar nicht zurückhaltend oder ängstlich. Er spielte und tobte mit einem kleinen Ball über den Flur und ließ sich auch jederzeit streicheln und hoch nehmen. Sein liebstes Spielzeug war die elektrische Lego – Eisenbahn von Franz Martin. Da lief er unermüdlich neben den Zügen her.

Auch unsere anderen Katzen, Tobi, Lara und Luna machten Heinz keine Angst. Er begann sofort, mit ihnen zu spielen. Sogar der große starke Willi konnte den Heinz nicht einschüchtern. Er spielt mit allen oder macht einen bedrohlichen Katzenbuckel wenn ihm jemand, wie zum Beispiel der Willi, dumm kommt. Nur Rückzug ist keine Option für den tapferen Heinz.

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Tobi, Luna, Lara und Heinz
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Willi und Heinz

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Tobi und Heinz spielen besonders schön zusammen und Tobi wirkt fast wie sein großer Bruder. Zusammen ziehen sie sich unter den Gartenwagen zurück, wenn der dicke Willi stört. Und zusammen jagen sie über den Hof und spielen Angriff und Verteidigung.

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Tobi und Heinz

 

Nur unser Timur hat so seine Probleme mit dem kleinen grauen Kater. Heinz macht ihn völlig nervös und unser großer Bengale weiß überhaupt nicht , was er mit diesem Katzenflummi anfangen soll. Fauchen und Knurren ist das einzige, was ihm da einfällt. Nun kommt das Heinzelkätzchen öfter zu uns hoch, damit sich die beiden aneinander gewöhnen können.

Und tatsächlich hat unser Heinz auch noch ein kleines mysteriöses Geheimnis. Er hat schon einmal in Ursulas Familie gelebt, im vergangenen Jahrhundert . Es gibt Beweisfotos aus dem Jahre 1998. Da gab es dort einen Kater namens Cäsar und der sieht Heinz so ähnlich, dass man die beiden nicht auseinander halten kann. 

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Es ist kaum zu glauben, dass das nicht der Heinz ist.

 

Lola in der Fremde

Unsere Mama – Katze und Katzenhaus-Begründerin Lola ist nun schon seit vielen Wochen auf Reisen in der Fremde. Sie begann irgendwann in diesem Sommer damit, immer weiter weg zu laufen und kam tagelang nicht nach Hause. Zuerst hatte Lola sich bei  “Autoverwertung Richter” einquartiert und hatte dort sogar schon ein persönliches Wohnauto ausgesucht. Damals trug sie ein Halsband mit Telefonnummer und so bekam unsere Nachbarin Ursula nach einer Woche verzweifelten Suchens und gerade nachdem sie das letzte Suchplakat aufgehängt hatte endlich einen Anruf von den Besitzern des Platzes. 

Lola kehrte zurück und die Freude war riesengroß. Aber bald kam auch schon der nächste Anruf vom Autoplatz, denn ihr schien es dort doch sehr zu gefallen und sie hatte wieder ihr altes Auto bezogen. Nur mit der dort heimischen Katze vertrug sie sich gar nicht gut. Nach nur wenigen Tagen in der Heimat war Lola wieder verschwunden aber diesmal keine Spur von ihr auf dem Autoplatz. Nun wissen wir leider nicht mehr, wo wir noch nach ihr suchen sollen.

Lola ist ein sehr eigener Charakter und mag die Gesellschaft anderer Katzen eher nicht. Bestimmt ist auch das ein Grund, warum sie unser Katzenhaus verlassen hat. Besonders der rote Freigänger- Kater aus der Nachbarschaft hat Lola böse mitgespielt. Er wird immer aggressiver auch all den anderen Katzen gegenüber. Da wird nicht nur gefaucht sondern auch gekratzt und gebissen.  Außerdem ist unsere Lola, wie ich es auch schon in meinem Buch “ Das Haus voller Katzen “ beschrieben habe, eine echte Abenteurerin und kaum etwas ist ihr wichtiger als ihre Freiheit. Sie ist sehr klug und versteht sich mit Menschen viel besser als mit anderen Katzen. So hoffen wir, dass unsere Glückskatze auch ein neues glückliches Zuhause gefunden hat und es ihr gut geht. Wer weiß, vielleicht steht sie irgendwann wieder vor unserer Tür, die bleibt immer für sie offen.

Da wird sie aber staunen, wenn sie sieht, dass sie ein kleines Brüderchen bekommen hat. Um den kleinen Heinz soll es in meinem nächsten Beitrag gehen.

Katzenglück im Libanon

In diesem Jahr haben wir unseren Urlaub endlich in der Heimat meines Mannes im Libanon verbracht. Seit 2011 war ich nicht mehr dort gewesen. Wir haben jetzt ein wunderschönes Haus in Aitaroun im Süden des Landes. Der Bau hatte zwei Jahre gedauert und jetzt leben dort Husseins Schwester mit ihrer Familie und seine Mutter.Unsere zwei Katzen Timur und Luna haben wir in die Obhut unserer lieben Nachbarin Kerstin gegeben.Zum Glück müssen wir hier im Libanon auch nicht ganz auf die Gesellschaft unserer Lieblingstiere verzichten. Schon am ersten Tag höre ich eine lautes und andauerndes “Miau, Miau, Miau !!!!!“. Ich eile die Treppe herunter und sehe in der Küche einen weiß  grauen Kater liegen. Er war durch die offene Hintertür zum Garten herein gekommen, hatte sich auf den Bauch gelegt und miaute nach Futter. Der Kater wirkte dünn und dratig aber nicht abgemagert und er hatte ein sehr ausdrucksvolles Gesicht mit klaren grünen Augen.

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Bantar der Hauskater

Kaum hatte er mich gesehen und gemerkt, dass ich auf ihn zukam, ergriff er die Flucht. Er kannte mich schließlich nicht und die libanesischen Katzen sind, wie ich noch erfahren sollte, extrem misstrauisch Fremden gegenüber.  Bantar, so nannten wir ihn, war im Vergleich zu  anderen Katzen hier auf dem Lande aber doch recht zutraulich, wenigstens seiner eigenen Menschen – Familie gegenüber. Die Kinder von Husseins Schwester durften ihn streicheln aber sein Lieblingsmensch war die Oma, die Mutter meines Mannes. Sie brauchte nur zu rufen: „ Bis, Bis ,Bis !!!“ ( „Miez, Miez, Miez !!!“), da kam er auch schon angerannt, bekam zu fressen und Streicheleinheiten. Der Oma folgte er überall hin sogar auf die Toilette. Bantar wurde ausschließlich mit Essensresten gefüttert. So etwas wie Katzenfutter gab es nicht. Er war auch nicht kastriert und bestimmt schon Papa. 

Der Libanon ist voller Katzen, meinte mein Mann und tatsächlich sahen wir sie überall im Ort herum huschen. Auch auf dem Nachbargrundstück regte sich etwas. Gleich am zweiten Tag bemerkten wir dort ein zartes Miauen und entdeckten drei kleine Kätzchen zwischen den trockenen Büschen. Bald sahen wir auch die Mutter der Kätzchen. 

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Ein Baby – Kätzchen gut getarnt im Gebüsch

Sie hatten alle eine rötliche Färbung und ein Kleines war rot weiß gescheckt.Am Abend saß plötzlich ein Baby – Kätzchen auf der Mauer, die unseren Garten begrenzt. Sofort holte meine Jüngste ein paar Reste vom Hähnchen, das es zum Mittagessen gab. Das Kätzchen stürzte sich gierig darauf. Es dauerte gar nicht lange, da war auch schon die ganze Katzenfamilie regelmäßig zu Gast auf unserer einladenden Mauer. Da gab es nun jeden Tag Fleischstücken und frische Milch. Was für ein Festmahl.

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Unser Bantar vertrug sich recht gut mit der Katzenmutter und ließ auch ihre Kinder in Frieden. Das ist gar nicht selbstverständlich für einen unkastrierten Kater. Aber Bantar wollte es sich wohl nicht mit ihr verscherzen.

Einmal sah und hörte ich Bantar und seine Angebetete zusammen singen. So etwas hatte ich bisher noch nie erlebt. Deshalb habe ich gleich eine Aufnahme davon gemacht.

 

Gegen Ende unseres Urlaubs trauten sich die Kätzchen und ihre Mama sogar bis kurz vor die Küchentür. Nur anfassen durften wir sie nicht, die Kleinen waren sicher von Geburt an nicht an Menschen gewöhnt und werden wohl somit immer sehr scheu bleiben. Bei einem Katzenkind entscheiden gerade die ersten Wochen über die Zutraulichkeit den Menschen gegenüber. Wenn der Kontakt in dieser Zeit ausbleibt, wird die Katze ein Leben lang scheu und misstrauisch sein.

Unser Bantar wurde als Baby zum Glück noch rechtzeitig ausgiebig geknuddelt und gestreichelt, so dass er wenigstens ein schmusiger Oma – Kater werden konnte. Meine Tochter Aliah durfte ihn am Ende auch noch ausgiebig streicheln. Aber diese Ehre wurde nur ihr zu Teil.

 

 

Timur geht ins Ferienlager

Im Juli fahren wir für zwei Wochen in Urlaub und zum ersten mal müssen unsere zwei Katzen so eine lange Zeit ohne uns verbringen.
Was für ein großes Glück ist es doch, dass direkt eine Etage über uns ein Heim für diese Tage auf sie wartet. Unsere Nachbarin Susanne hat selbst zwei Katzen, Tigger und Bruni. Über den rot gestreiften Kater Tigger habe ich auch schon eine kleine Geschichte in meinem Blog geschrieben ( „Tigger und die Schnecken“ ). Bruni ist eine schon sehr alte Kartäuser Katzendame, die wirklich nichts mehr aus der Ruhe bringen kann. Sie wird in diesem Jahr 18. Das entspricht 86 Menschenjahren.

 

 

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Tigger und Bruni, gemalt von meiner Tochter Mariam

Unsere Luna kennt sich bereits bestens in Tigger und Brunis Wohnung aus. Mit dem lieben Tigger ist sie schon lange gut befreundet. Die beiden spielen ab und zu zusammen und Tigger freut sich dann sehr über die Abwechslung. Mit Bruni kann er nicht spielen. Die alte Dame hat für solche Albernheiten gar nichts übrig.
Nun muss sich nur noch Timur an das neue Sommer-Quartier und seine Bewohner gewöhnen. Immer mal wieder am Abend oder am Wochenende schicken wir ihn nach oben, damit er sich auf Entdeckungsreise begeben kann. Anfangs lief Timur nur tief geduckt und ängstlich von einer Ecke zur anderen, suchte im Grunde nur gute Verstecke,
denn hier fühlte er sich gar nicht sicher. Fremde Umgebung und oben drauf noch fremde Katzen, das war ja nun wirklich eine Zumutung. Timur knurrte und fauchte was das Zeug hielt. Selbst wenn er allein im Zimmer war, knurrte er zur Vorsicht
unentwegt. Man konnte ja nie wissen, wer da noch um die Ecke kommt.
Der arme Tigger beobachtete das seltsame Leoparden- Tier völlig entgeistert und sagte erstmal gar nichts dazu. Tigger ist sehr umgänglich und lieb , ich habe ihn noch nie knurren oder fauchen gehört.
Nachdem Timur das Zimmer von Susannes Sohn Lorenz zu seinem Basislager erklärt hatte, begann er irgendwann von dort aus auch den Rest der Wohnung zu erkunden. Geduckt und knurrend inspizierte er einen Raum nach dem anderen.


Die Begegnung mit Bruni verlief doch sehr einseitig. Timur gab sein bestes, Bruni klar zu machen, wie gefährlich er ist und dass mit ihm nicht zu spaßen sei. Er saß vor ihr und spielte sein ganzes Dschungel Repertoire an Knurrlauten ab, doch ohne auch nur die geringste Reaktion zu bekommen. Bruni ignorierte ihn geradezu in Perfektion. So ein unverschämter Bengel hatte ihre Aufmerksamkeit nun wirklich nicht verdient.

Mit der Zeit lief Timur immer weniger geduckt durch sein neues Revier, auch das Knurren klang nicht mehr ganz so ernst gemeint. Heute morgen als ich die Wohnungstür aufmachte, stand doch plötzlich der liebe Tigger auf der Treppe und kam neugierig heran. Timur ließ nicht lange auf sich warten und Wunder über Wunder die beiden gaben sich erstmal einen langen Nasen-Schnupper- Begrüßungs-Moment. Und richtig baff waren Suse und ich als Tigger und Timur gemeinsam nach oben in Susannes Wohnung verschwanden.
Timur lief selbstbewusst und mit den schon obligatorischen Knurrlauten durch die ganze Wohnung und der geduldige Tigger beobachtete ihn dabei.

 

Wir sind inzwischen doch guter Hoffnung, dass unser Timur die zwei Wochen im
Juli auch ohne ständig zu schimpfen mit Suse , Lorenz, Tigger und Bruni verbringen wird. Luna, die sonst den Tag draußen ist, kommt dann jeden Abend bis zum nächsten Morgen mit dazu und bei Suse gibt es eine fröhliche vier – Katzen – Gesellschaft. Langweilig wird das bestimmt nicht.
Auch unseren Kratzbaum, das Katzenklo und die Schlafhöhle werden wir mit hoch stellen, dann wird es ein gemütliches zweites zu Hause.
Vielen Dank liebe Suse !!!!

Charlie und Ginger

Am Sonntag war es endlich soweit, wir besuchten mit der ganzen Familie unsere Freunde und grillten gemeinsam in ihrem Garten. Ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Antoin und Abir wohnen direkt neben einem Bengalkatzen – Züchter. Durch sie ist mein Mann auch erst auf die Idee gekommen, einen kleinen Bengalkater zu adoptieren. Vitalie der Züchter ist ein guter Freund von Antoin und Abir. Er und seine Familie kommen aus Russland. Seit zwei Jahren züchtet er nun die traumhaft schönen Katzen.
Charlie von Rüthen heißt sein Zuchtkater und der Vater von unserem Katerchen. Der nun fast zwei jährige Champion ist wirklich ein Bild von einem Muskelkater. Er sieht aus wie ein wilder kleiner Leopard mit breiten Schultern und kräftigem Kopf. Dabei hat er so ein sanftes und freundliches Gemüt.

 

Charlie’s Partnerin Cleopatra, die Mutter von unserem Timur, hat nun schon zwei mal Junge bekommen und ist wieder schwanger. Die zarte Cleopatra von Sauerkatz ist ein recht schüchternes und ängstliches Kätzchen. Sie bleibt am liebsten im Haus.

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Cleopatra mit ihren ersten Babys

Die sechs Babys aus dem letzten Wurf fanden sehr schnell neue Besitzer, obwohl eine Bengalkatze sehr teuer ist. Alle waren schon aus dem Haus. Wenn sie drei Monate alt sind dürfen die glücklichen neuen Katzeneltern ihre Schützlinge abholen.
Es gab also keine Mini Kätzchen zu bestaunen aber es wartete eine andere Überraschung auf uns als wir zu Charlie’s Freigehege kamen. Vitali hatte aus Russland ein wunderhübsches kleines Kätzchen mitgebracht als Zweitfrau für seinen Kater. Ihr Name ist Ginger, sie wird aber von allen lieber Moskau genannt nach ihrer Herkunft. Die russische Schönheit ist inzwischen sieben Monate alt und verträgt sich sehr gut mit Charlie. So zart und klein und mädchenhaft sieht sie neben dem mächtigen Charlie aus, ein richtiges Traumpaar.

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Ginger und Charlie verbrachten den ganzen Nachmittag allein im Freigehege, denn Vitali war auf Dienstreise und seine Frau war mit den beiden kleinen Söhnen bei einem Fußballturnier. Die Jungs sind leidenschaftliche Fußballer.
Die Tür zwischen den Gärten von Vitalis Familie und Antoins Familie ist immer offen und wir durften Charli und Ginger bewundern gehen, obwohl sonst keiner da war. Der vor Energie strotzende Charlie schien sich doch sehr zu langweilen. Sofort versuchte er, uns zu überreden, ihn raus zu lassen und mit ihm zu spielen. Er miaute in einem fort ungeduldig und vorwurfsvoll, denn wir konnten uns natürlich nicht erlauben, ihn einfach heraus zu lassen. Dieser wilde Kerl ist in der letzen Zeit schon drei mal ausgebüchst, einmal war er sogar eine ganze Nacht lang weg und saß zur unendlichen Erleichterung der ganzen Familie am nächsten Morgen wieder vor der Tür.
Als der arme gelangweilte Kater, der seinen Papa Vitali schmerzlich vermisste gar nicht aufhören wollte, sich zu beschweren, ging ich zu ihm und begann ein Gespräch. Charli kam ganz nah zu mir ans Gitter und klagte mir sein Leid. Er antwortete auf jeden meiner Sätze mit einen aussagekräftigen Miau und es tat ihm sichtlich gut, sich mal auszusprechen und jemandem zum Zuhören zu haben. Kaum hatten wir unser Gespräch beendet, legte er sich zufrieden auf seine hohe Holzschaukel und schaute in die Landschaft. Ich hatte ihm auch versichert, dass sein Papa bald wieder kommt und er sowieso der schönste und tollste Kater der Welt ist.
Die kleine Ginger dagegen war absolut ausgeglichen und glücklich, sie legte sich auf den Rücken als sie uns sah und forderte uns auf, mit ihr zu kuscheln und zu spielen. Nur mit Cleopatra soll sich Ginger wohl nicht so gut vertragen, da gibt es doch Eifersüchteleien zwischen den beiden Damen.

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Das Freigehege mit Außen- und Innenbereich

Die Baum-Kletter-Schule

Ein kleiner Bericht darüber, wie unser Kater Timur mit seinen Freunden das Klettern übt.

Es ist Samstag Morgen. Timur darf als einziger in der Familie unseren Papa schonungslos wecken. Miau….schnurrrschurrrschnurr, Miauu …steh auf !!!….Miau ……(Nasenstubser)….schnurrrschnurrrrschnurrr… ichwill raus! Und tatsächlich steht Hussein in aller Frühe auf und macht sich mit seinem Katerchen auf den Weg
in den Hof, er nimmt Luna auch gleich mit, denn die wartet schon ungeduldig an der Tür. Die Sonne scheint und alle anderen Kätzchen sind auch schon unten. Da warten Tobi, Lara und Lola. Lara darf neuerdings den Fahrstuhl nehmen. Kerstin setzt sie einfach früh in einen Korb und lässt diesen dann an einem Strick von ihrem Balkon im zweiten Stock aus nach unten. Lara springt auch erst heraus, wenn sie unten angekommen ist. Was für ein Spaß, so einen Fahrstuhl hätte ich auch gern. Timur tollt mit seinen Freunden auf dem Hof herum. Er weiß genau, dass er auf seinen Papa hören muss und so braucht er auch kein Geschirr. Wenn Hussein laut Nein sagt, bleibt der schlaue Kater sofort stehen und ändert dann seine Richtung. Er folgt so den anderen Katzen eben nicht auf die Nachbarhöfe und das ist wirklich sehr diszipliniert für einen Teenie wie Timur.

Alle unsere Katzenhaus- Katzenkinder sind wahre Meister im Klettern. Tobi zum Beispiel ist in der Lage in einer unglaublichen Geschwindigkeit die riesige Birke zu erklimmen, die im hinteren Teil des Gartens steht. Die ersten Äste kommen erst in ca drei Meter Höhe und doch klettert Tobi wie ein Äffchen den glatten Stamm hinauf. Dann vollführt er wahre Drahtseilakte auf den weit ausladenden aber doch recht dünnen Ästen und
jagt den Eichhörnchen nach.
Luna klettert am liebsten auf den jungen Kastanienbaum. Auch dieser hat die ersten Äste erst in 2 Meter Höhe, doch Luna schafft es auch mühelos den glatten Stamm hinauf.
Das hat Timur noch nicht gelernt. Sehnsuchtsvoll schaut er Luna nach. Da hebt ihn mein Mann einfach mal auf die erste Astgabel und lässt Timur von dort aus allein weiter machen. Die Gelegenheit lässt sich unser Kater nicht entgehen und er klettert weiter nach oben. Luna wartet schon auf ihn und kommt ihm sogar entgegen, um
ihm Mut zu machen. Manchmal klemmt er etwas unbeholfen in einer Astgabel fest aber Timur gibt nicht auf und kommt schließlich höher und höher.

 
Wir fragten uns schließlich, ob unser unerfahrener Kater auch weiß, wie er wieder runter kommt. Erst sieht es so aus, als wüsste er nur wie es nach oben geht und Timur kletterte bedrohlich weit hinauf, dorthin wo die Äste schon dünner werden. Mein Mann fragte mich schon zweifelnd: „ Hab ich einen Fehler gemacht? Wie
bekommen wir ihn denn da jetzt runter?“ ich dachte sogar schon daran, eine Leiter zu organisieren. Aber die liebe Luna kam uns wieder zu Hilfe. Sie begann herunter zu klettern und Timur kam so endlich auch auf die Idee, mal die andere Richtung einzuschlagen. Wir waren sehr erstaunt wie geschickt er den Stamm herunter
kam. Diese Technik liegt den Katzen wohl in den Genen. Nur im letzten Teil verlor unserer Katerchen plötzlich den Halt, fiel ein Stückchen und fing sich aber geschickt wieder auf, indem er sich an Zweige klammerte. War das eine Aufregung. Schließlich konnte mein Mann ihn zu fassen bekommen und Timur vom Baum herunter nehmen.
Das war ihm nun aber auch nicht recht, er wäre sicher auch das letzte Stück gerne noch allein hinunter geklettert. Ich hab ein Video von Timurs letzter Abstiegsetappe gemacht:

 

 

Zum Glück gibt es in unserem Hof auch Bäume, die viel einfacher zu erklimmen sind. Der nächste Baum, an dem Timur seine Kletterkünste ausprobierte war so einer. Er ist sogar oben schön geneigt fast parallel zum Boden und hat viele viele Äste. Dort hat Timur dann eine Menge Zeit verbracht, ein wunderbarer Aussichtspunkt.

 

Ein letztes Kletterabenteuer möchte ich euch noch erzählen. Diesmal nicht von Timur, sondern von unserer Mama Katze Lola. Diese ist doch tatsächlich mit ihrem verletzten Bein auf den Kastanienbaum geklettert und als Hussein am Sonntag Morgen mit Timur in den Hof kam, miaute Lola ganz verzweifelt, weil sie es nicht mehr herunter schaffte. Hussein hatte darauf hin den genialen Einfall, ihr eine Abstiegshilfe zu geben in Form  eines Campingstuhls, der meist unter dem Bäumchen steht. Er hielt Lola den Stuhl so nach oben, dass sie darüber  zur nächsten Astgabel gelangte. Dann hielt Hussein den Stuhl wieder neu hin und die schlaue Lola wusste genau, was zu tun war. Sie bekam somit eine mobile Treppe, die sie den Baum hinunter führte. Mein Mann war sehr
beeindruckt wie klug doch diese Katze ist.
Lolas Verletzung scheint zum Glück endlich besser zu werden. Sie humpelt nun nur noch ganz leicht und wir hoffen, dass das Bein bald ganz geheilt ist.

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Cat Watching – Katzenspaß im Hof

Man könnte fast glauben es ist schon Sommer, so herrlich ist das Wetter zur Zeit.
Da geh ich am liebsten mit unserem Katerchen Timur hinunter ins Grüne und schaue den Katzen beim Spielen zu.
Am Anfang war ich heute mit Timur ganz allein aber schließlich kam die Lara dazu. Sie stolzierte eine Zeit auf der hinteren Hofmauer und beobachte Timur und mich. Dann sprang sie geschickt herunter und begann ein Spielchen mit unserem jungen Kater. Lara interessierte dabei besonders die Leine vom Katzengeschirr. Timur gewöhnt sich langsam aber sicher an sein Anhängsel. Er ist zwar nicht so ausgelassen wie wenn er ohne Geschirr unterwegs ist aber er bewegt sich mehr und mehr und streift zügig über die Wiese, zu den Büschen und diesmal sogar auf die Campingliege statt darunter.

Schließlich gesellten sich auch noch Luna und ihre Mama Lola zu uns nur Tobi fehlte heute mal ganz. Wer weiß, wo er wieder herum stromerte.
Auch Ursula, Lola’s Besitzerin kam noch eine Weile mit herunter.
Luna begann sofort damit, mit ihrer Schwester Lara Angriff und Gegenangriff zu spielen. Die beiden sitzen sich dabei in einigem Abstand gegenüber und belauern sich bis eine den Überraschungsangriff wagt. So überraschend ist der aber für den Beobachter nicht, denn es beginnt immer so: Der Vorderkörper ist geduckt, das Hinterteil angehoben und mit den Hinterbeinen macht die Katze eine Art Warmlaufen auf der Stelle. Es
erinnert mich auch immer an den Trommelwirbel vor einer Zirkus Nummer. Dann folgt der Absprung und die andere Katze lässt sich genüsslich überfallen mit herumwälzen am Boden und allem drum und dran. Dann beginnt das Spiel von vorn und es wird wieder in Lauerstellung gegangen. Sogar Lola lässt sich neuerdings wieder zu
solchen Spielchen mit ihren Töchtern hinreißen.

 

Aber Lola macht uns gerade auch etwas Sorgen. Sie humpelt seit einigen Tagen stark und es wird auch nicht wirklich besser. Sie hat jetzt vom Tierarzt Schmerzmittel bekommen und wir können nur abwarten ob mit der Zeit damit eine Besserung eintritt. Wenn nicht müsste ein Test gemacht werden, ob ein Band gerissen ist. Dieser Test kann aber nur unter Narkose durchgeführt werden, weil es für das Tier zu schmerzhaft wäre und
es völlig verkrampfen würde. Wir hoffen jetzt sehr, dass das nicht nötig sein wird und Lola sich nur das Bein verstaucht hat. Ansonsten ist sie trotz Verletzung viel unterwegs und es ist völlig unmöglich, sie lange drin zu behalten.

Ein Kater an der Leine: Timurs erste Abenteuer mit dem Katzengeschirr

Unser Bengalkater Timur ist nun acht Monate alt. Er ist groß und kräftig geworden und das nicht nur physisch. Seine Persönlichkeit entwickelt sich genauso wie sein Körper, sie wird immer stärker. Timurs Bedürfnisse ähneln immer mehr denen eines Hundes. Er braucht Aufmerksamkeit und Beschäftigung, Auslauf und Abwechslung. Timur erinnert uns immer wieder daran, indem er fleißig miaut, je nachdem was er gerade möchte.
Timur will sich weniger mit sich selbst als sich vielmehr mit uns beschäftigten.
Er erzählt und kommuniziert den ganzen Tag. Miau ! Spielt mal jemand mit mir ? Miau! Mir ist langweilig! Miau! Wo ist denn schon wieder die Luna ? Miau! Ich will auch mit auf den Hof! Miau! Wo ist mein Papa ?
Timur hat eine ganz besondere Beziehung zu meinem Mann, er hört auf ihn wie ein kleiner Hund. Deshalb ist er bis jetzt auch der einzige gewesen, der mit ihm raus gehen konnte. Ohne Geschirr fühlt sich unser Katerchen inzwischen sehr wohl auf dem Hof und tollt mit den anderen Katzen herum.

 

 

Es war nur ärgerlich, dass die Kinder und ich uns nicht allein mit ihm nach draußen trauten und das sollte sich nun endlich ändern. Ich habe tatsächlich ein Katzengeschirr für Timur gefunden, das er akzeptiert.
Damit können wir jederzeit sorglos mit dem Kater nach draußen gehen, ohne dass wir fürchten müssen, dass er über den nächsten Hof verschwindet und keine Lust hat wieder mit rein zu kommen. Er ist sehr schnell und sehr kräftig, da hätten wir kaum eine Chance.

Das erste Geschirr, das wir ausprobiert haben, war wie eine kleine Weste geschnitten und hatte Klettverschlüsse. Sobald ich es Timur angelegt hatte, fiel dieser jedesmal augenblicklich und demonstrativ auf die Seite und bewegte sich nicht mehr. Er tat so, als hätte ich ihn in eine schwere eiserne Rüstung gesteckt, mit der er sich auf keinen Fall bewegen konnte. Timur versuchte zwar nicht, sich daraus zu befreien, aber er kroch mitleideregend in seine Höhle und schaute nur noch zutiefst deprimiert und vorwurfsvoll in die Welt. Dann folgten noch einige herzzerreißende lang gezogene Miaus: Wie könnt ihr mir sowas nur antun!!!
So ging das jedesmal ohne Besserung. Und ich schaute mich schließlich nach einem anderen Geschirr um.
Bei Pinterest hatte ich viele wunderschöne Bilder einer Bengalkatze namens Suki gesehen, die mit ihrer Besitzerin in den traumhaften wilden Landschaften von Kanada umherreist. Sie hat immer ein Geschirr an, das ganz einfach nur aus zwei miteinander verbundenen Gurten besteht, einen für den Hals und einen für den Oberkörper. Es gibt so eine große und wunderschöne Bildersammlung von Suki. Hier ein Link dazu:

Suki die Bengalkatze aus Kanada

So ein Geschirr hatte ich nun auch für Timur bestellt, vielleicht würde er sich darin etwas freier und nicht ganz so angezogen fühlen. Und so war es dann auch. Immerhin bewegt sich unser Katerchen in diesem Geschirr und fällt nicht gleich um.
Die beste Vorraussetzung, um mit ihm den ersten kleinen Ausflug an der Leine zu wagen. So ganz wohl fühlte er sich natürlich noch nicht, aber die Neugier siegte wiedermal über das Unbehagen. Timur lief geduckt aber zielstrebig zu all den Plätzen im Hof, die ihn interessierten. Luna kam auch gleich dazu und machte ihm Mut.

Ich genoss das entspannte Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Timur konnte nicht mehr einfach unter ein geparktes Auto huschen, wo ich dann eine gefühlte Ewigkeit versuchen müsste, ihn wieder hervor zu locken. Und als Luna durch den Zaun in den Nachbarhof schlüpfte, konnte ich Timur mit Leichtigkeit davon abhalten, hinterher zu rennen. Das gefiel ihm zwar nicht sonderlich, aber Timur akzeptierte seine nicht ganz so freie Situation erstaunlich gut.

Und so durfte er auch bei unserer ersten kleinen Grillparty in diesem Frühling dabei sein. Wir wechselten uns einfach ab mit dem Herumführen des Katerchens. Und mein Mann konnte sich ganz auf den Grill konzentrieren. Es war eine so schöne und besondere Katzenhaus-Party, ganz spontan mit vielen Gästen und vielen Katzen.

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Die ersten und die ungeduldigsten Partygäste .

Wir gehen jetzt jeden Tag mit Timur auf den Hof und wir alle haben dabei unseren Spaß. Die Kinder haben sogar eine kleine Festung aus Ziegelsteinen gebaut, die er jetzt als Basislager für seine Erkundungen nutzt.

Osterkatzen

Dies ist nun mein erstes Osterfest mit Katzen. Es ist auch Kerstins und Steffis erstes Katzen-Ostern. Im vorigen Jahr um diese Zeit war Glückskatze Lola gerade schwanger. Wir, das heißt mein Mann, meine Kinder und ich, träumten von einer Bengalkatze, die noch lange nicht geboren war, weil ihre Eltern noch Kinder waren.
Steffi befand sich in freudiger Erwartung auf Lolas Babys, von denen sie eines adoptieren wollte und Kerstin hatte noch keinen Schimmer, dass sie bald Mitglied einer ziemlich verrückten Katzenfamilie werden würde.
Ich hätte nicht im Traum erwartet, dass ich nun sogar stolze Mama von zwei Katzen bin, einem Bengalkater und einem inzwischen gar nicht mehr so kleinen Glückskätzchen namens Luna. Und noch weniger hätte ich gedacht, dass sich um die Mittagszeit sogar vier Katzen in meiner Wohnung tummeln würden, denn Lara und Tobi bekommen
bei mir regelmäßig über den Mittag Asyl.
In diesem Jahr hieß es also Osterstrauß schmücken mit der tatkräftigen Unterstützung von vier aufgedrehten Katzen – Teenagern.
Natürlich sprangen alle sofort auf den großen Tisch als ich die Zweige in der Vase verteilte. Und noch spannender wurde es für alle, als ich dann auch noch den Osterschmuck heraus holte.
Na gut dachte ich mir, bis jetzt schauen sie ja nur, also ließ ich sie oben auf dem Tisch sitzen und begann mit der Schmückerei.
Natürlich kann keine Katze solch einem wunderbaren Spielzeug widerstehen. Timur nahm ein großes Ei aus Filz in seine Pfoten und bog den Zweig, an dem es hing weit herunter. Dann ließ er es los und das Ei wurde in hohem Bogen durch das Wohnzimmer geschleudert…Hurrah, eine Eierschleuder! Timur war ganz aufgeregt. Leider musste ich seine Freude mit einigen energischen Neins dämpfen. Die wirkten, auch bei Luna und Lara. Die zwei Mädchen beschnupperten nur noch neugierig die Eier und prüften höchsten mal ganz vorsichtig mit ihren Pfötchen, ob sie auch fest hingen.
Timur stieg schließlich in den Karton mit dem Osterschmuck, während Tobi unter dem Tisch saß und sich für alles interessierte, was so herunter fiel.
Es gelang uns tatsächlich mit mehr oder weniger vereinten Kräften, den großen Strauß mit Ostereiern zu behängen, ohne dass etwas kaputt ging. Was für fleißige Osterkatzen.

 

Ein ganz anderes Abenteuer wurde es, die Ostereier auf dem Hof aufzuhängen. Ich hatte gemeinsam mit meiner Tochter Aliah die vielen Plaste-Eier auf die Wiese geschüttet. Daneben lag die große gelbe Tüte, in der sie vorher verstaut waren. Tobi interessierte sich als erstes für das seltsame Geschehen und schließlich kamen auch Lara, Luna und Willi dazu. Aber nicht nur die Eier waren es, die sie interessierten sondern die große gelbe Plastetüte mitten auf der Wiese. Lara schlüpfte rein und raus, genau wie Luna und Tobi. Ist das nicht ein super Katzenspielzeug dachte ich noch. Aber ich sollte meine Meinung bald ändern.

 

Tobi war mit seinem Kopf durch einen Henkel der Tüte geraten. Als er sich weg bewegen wollte, merkte er zu seinem Entsetzen, dass die Tüte ihm folgte. Egal wo er sich hindrehte, er hatte ein großes gelbes Etwas auf den Versen. Tobi geriet in Panik. Er rannte in voller Geschwindigkeit los, um dem gelben Monster endlich zu entkommen, drehte einige Runden auf dem Hof und schüttelte die Tüte schließlich ab. Das alles ging so schnell, dass wir nur hilflos zusehen konnten. Aliah hatte gerade noch beobachtet wie Tobi ohne Tüte panisch aus dem Hof rannte. Der arme Kerl. Aliah lief gleich hinterher aber von Tobi keine Spur. Er wird schon wieder kommen, wenn er sich beruhigt hat, hofften wir und brachen die Suche bald ab. Die anderen Kätzchen spielten friedlich weiter auf der Wiese, Luna versuchte Ostereier von den Sträuchern zu
pflücken und sogar mein Mann kam mit Timur herunter. Der fühlte sich diesmal schon viel sicherer auf dem neuen Territorium und jagte ausgelassen hinter Lara her. Sogar der rote Picasso, Lunas und Laras Papa war gekommen

 

Tobi blieb den ganzen Tag verschwunden. Wir machten uns mit der Zeit immer größere Sorgen. Wieder und wieder gingen die Kinder in den Nachbarhöfen rufen. Kein Tobi !
Am Abend stellten wir nochmal einen Suchtrupp zusammen. Ursula, Steffi, Aliah und ich teilten uns auf und suchten in verschiedenen Richtungen, wir gingen diesmal viel weiter. Vielleicht war er in seiner Panik zu weit gerannt und fand nicht mehr zurück.
Keiner von uns hatte Erfolg und so trafen wir uns wieder vor dem Haus. Kerstin kam mit ihrer Tochter gerade aus der Sauna.
Wir trennten uns schließlich alle etwas niedergeschlagen. Nur wenig später am Abend las ich dann folgendes in unserer Katzenfamilien – What’s App Gruppe. „ Tobi war im Treppenhaus, wollte nur noch nicht mit hoch“.
Was war das für eine Erleichterung ! Steffi bekam ihn dann endlich irgendwann mit zu sich nach Hause und berichtete uns, dass er richtig dreckig war und auch sehr verstört.
Er war bedeckt mit rotem Staub und verkroch sich gleich unterm Sofa. Tobi musste ein Geheimversteck haben, denn diesen Staub hatten wir an ihm schon öfter gesehen, aber auch nur an ihm. Niemand von uns weiß bis jetzt, wo sich das ganz persönliche Versteck dieses Katers befindet. Aber Hauptsache er war wieder da und wir konnten alle ruhig schlafen.

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Tobi braucht jetzt viel Liebe und Geduld, um sich von dem Schreck zu erholen

Ein Wintertag im Frühling: So ein Katzenwetter!

Das Wetter ist ein Trauerspiel. Es ist der 22. März und es schneit schon seit Stunden bei Temperaturen von null bis zwei Grad. Ich komme gerade aus der Stadt und eile zur Rettung unserer armen Kätzchen, die schon seit ungefähr 7.15 Uhr draußen sind.
Kaum öffne ich die Tür zum Hof, stürzt auch schon Luna herein. Ich rufe noch nach Tobi und Lara und klappere dabei kräftig mit dem Schlüssel. Tobi kommt von der hinteren Mauer gesprungen und rennt so schnell er kann auf mich zu und zur Tür herein. Jetzt fehlt nur noch Lara. Ich rufe und rufe, keine Lara. Als ich schließlich aufgebe und mich umdrehe, um mit den anderen beiden die Treppen hinauf zu gehen, sitzt doch da tatsächlich Lara hinter mir und schaut mich unschuldig an. Sie hat sich also irgendwie herein gezaubert.

Luna und Lara kommen mit mir die Treppen rauf, während Tobi sich mal wieder Zeit lässt. Aus Erfahrung weiß ich,  dass er dann irgendwann bei mir vor der Tür sitzt und darauf wartet, herein gelassen zu werden. Ich mach einfach noch ein paar mal meine Wohnungstür auf und schwupp ist er irgendwann drin. Unser Kater Timur, der sich schon den ganzen Vormittag alleine gelangweilt hat, ist ganz aus dem Häuschen.
Soviel Spielkameraden auf einmal. Da weiß er gar nicht, wem er zuerst hinterher jagen soll. Mit Lara in der Pflanzenecke ist es schonmal lustig. Es ist wirklich erstaunlich, dass nie eine Pflanze umgeworfen wird, aber ich will das mal lieber nicht zu laut schreiben.

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Im Dschungel ist es doch am schönsten
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Zwei echte und eine falsche Katze

Im Flur habe ich schließlich noch ein paar Kartons zur Unterhaltung verteilt. Katzen lieben die Papierkisten. Und da es viele Katzen sind, müssen es auch viele Kartons sein.
Dazu noch unser Katzentunnel und das Spieleland ist perfekt.

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Suchbild, hier sind vier Katzen versteckt.
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Lara wird in ihrer Festung von Timur belagert

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Nach so viel Herumtollen muss natürlich auch gegessen werden. Luna und Lara schlabbern ein Katzensüppchen .Ja ihr habt richtig gelesen, es gibt doch tatsächlich Suppen für Katzen und zwar von Sheba. Sie sehen auch richtig lecker aus und schmecken, jedenfalls den beiden Damen. Nur warm werden sie nicht serviert.
Für Tobi ist das nichts, einmal dran gerochen und schon war es aus mit dem Interesse. Tobi braucht Futter für ganze Kerle. Da springt er mir auch mal auf die Arbeitsplatte und schaut, ob ich nicht was besseres für ihn habe. Die Champignons sind schonmal nichts. Aber er bekommt etwas von dem Hackfleisch, das ich für die Bolognese Sauce brauche. Tobi ist verrückt nach Hackfleisch und auch nach jeder anderen Art rohes Fleisch.

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Nicht nach Tobis Geschmack !

Jetzt wird aber weiter gespielt. Ein ebenfalls sehr beliebter Tummelplatz ist unser großer Esstisch oder besser unter unserem Esstisch. Der Wald aus Stuhlbeinen und Sitzflächen ist wunderbar geeignet zum Verstecken.

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Stuhlbeine und Katzenbeine

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Hier macht Tobi auch am liebsten seinen Mittagsschlaf

Luna ist froh, dass Timur nun jemand anderen zum Spielen hat und geht schonmal schlafen.

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