Ein Kater an der Leine: Timurs erste Abenteuer mit dem Katzengeschirr

Unser Bengalkater Timur ist nun acht Monate alt. Er ist groß und kräftig geworden und das nicht nur physisch. Seine Persönlichkeit entwickelt sich genauso wie sein Körper, sie wird immer stärker. Timurs Bedürfnisse ähneln immer mehr denen eines Hundes. Er braucht Aufmerksamkeit und Beschäftigung, Auslauf und Abwechslung. Timur erinnert uns immer wieder daran, indem er fleißig miaut, je nachdem was er gerade möchte.
Timur will sich weniger mit sich selbst als sich vielmehr mit uns beschäftigten.
Er erzählt und kommuniziert den ganzen Tag. Miau ! Spielt mal jemand mit mir ? Miau! Mir ist langweilig! Miau! Wo ist denn schon wieder die Luna ? Miau! Ich will auch mit auf den Hof! Miau! Wo ist mein Papa ?
Timur hat eine ganz besondere Beziehung zu meinem Mann, er hört auf ihn wie ein kleiner Hund. Deshalb ist er bis jetzt auch der einzige gewesen, der mit ihm raus gehen konnte. Ohne Geschirr fühlt sich unser Katerchen inzwischen sehr wohl auf dem Hof und tollt mit den anderen Katzen herum.

 

 

Es war nur ärgerlich, dass die Kinder und ich uns nicht allein mit ihm nach draußen trauten und das sollte sich nun endlich ändern. Ich habe tatsächlich ein Katzengeschirr für Timur gefunden, das er akzeptiert.
Damit können wir jederzeit sorglos mit dem Kater nach draußen gehen, ohne dass wir fürchten müssen, dass er über den nächsten Hof verschwindet und keine Lust hat wieder mit rein zu kommen. Er ist sehr schnell und sehr kräftig, da hätten wir kaum eine Chance.

Das erste Geschirr, das wir ausprobiert haben, war wie eine kleine Weste geschnitten und hatte Klettverschlüsse. Sobald ich es Timur angelegt hatte, fiel dieser jedesmal augenblicklich und demonstrativ auf die Seite und bewegte sich nicht mehr. Er tat so, als hätte ich ihn in eine schwere eiserne Rüstung gesteckt, mit der er sich auf keinen Fall bewegen konnte. Timur versuchte zwar nicht, sich daraus zu befreien, aber er kroch mitleideregend in seine Höhle und schaute nur noch zutiefst deprimiert und vorwurfsvoll in die Welt. Dann folgten noch einige herzzerreißende lang gezogene Miaus: Wie könnt ihr mir sowas nur antun!!!
So ging das jedesmal ohne Besserung. Und ich schaute mich schließlich nach einem anderen Geschirr um.
Bei Pinterest hatte ich viele wunderschöne Bilder einer Bengalkatze namens Suki gesehen, die mit ihrer Besitzerin in den traumhaften wilden Landschaften von Kanada umherreist. Sie hat immer ein Geschirr an, das ganz einfach nur aus zwei miteinander verbundenen Gurten besteht, einen für den Hals und einen für den Oberkörper. Es gibt so eine große und wunderschöne Bildersammlung von Suki. Hier ein Link dazu:

Suki die Bengalkatze aus Kanada

So ein Geschirr hatte ich nun auch für Timur bestellt, vielleicht würde er sich darin etwas freier und nicht ganz so angezogen fühlen. Und so war es dann auch. Immerhin bewegt sich unser Katerchen in diesem Geschirr und fällt nicht gleich um.
Die beste Vorraussetzung, um mit ihm den ersten kleinen Ausflug an der Leine zu wagen. So ganz wohl fühlte er sich natürlich noch nicht, aber die Neugier siegte wiedermal über das Unbehagen. Timur lief geduckt aber zielstrebig zu all den Plätzen im Hof, die ihn interessierten. Luna kam auch gleich dazu und machte ihm Mut.

Ich genoss das entspannte Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Timur konnte nicht mehr einfach unter ein geparktes Auto huschen, wo ich dann eine gefühlte Ewigkeit versuchen müsste, ihn wieder hervor zu locken. Und als Luna durch den Zaun in den Nachbarhof schlüpfte, konnte ich Timur mit Leichtigkeit davon abhalten, hinterher zu rennen. Das gefiel ihm zwar nicht sonderlich, aber Timur akzeptierte seine nicht ganz so freie Situation erstaunlich gut.

Und so durfte er auch bei unserer ersten kleinen Grillparty in diesem Frühling dabei sein. Wir wechselten uns einfach ab mit dem Herumführen des Katerchens. Und mein Mann konnte sich ganz auf den Grill konzentrieren. Es war eine so schöne und besondere Katzenhaus-Party, ganz spontan mit vielen Gästen und vielen Katzen.

Timur Katzengeschirr5
Die ersten und die ungeduldigsten Partygäste .

Wir gehen jetzt jeden Tag mit Timur auf den Hof und wir alle haben dabei unseren Spaß. Die Kinder haben sogar eine kleine Festung aus Ziegelsteinen gebaut, die er jetzt als Basislager für seine Erkundungen nutzt.