Katzenglück im Libanon

In diesem Jahr haben wir unseren Urlaub endlich in der Heimat meines Mannes im Libanon verbracht. Seit 2011 war ich nicht mehr dort gewesen. Wir haben jetzt ein wunderschönes Haus in Aitaroun im Süden des Landes. Der Bau hatte zwei Jahre gedauert und jetzt leben dort Husseins Schwester mit ihrer Familie und seine Mutter.Unsere zwei Katzen Timur und Luna haben wir in die Obhut unserer lieben Nachbarin Kerstin gegeben.Zum Glück müssen wir hier im Libanon auch nicht ganz auf die Gesellschaft unserer Lieblingstiere verzichten. Schon am ersten Tag höre ich eine lautes und andauerndes “Miau, Miau, Miau !!!!!“. Ich eile die Treppe herunter und sehe in der Küche einen weiß  grauen Kater liegen. Er war durch die offene Hintertür zum Garten herein gekommen, hatte sich auf den Bauch gelegt und miaute nach Futter. Der Kater wirkte dünn und dratig aber nicht abgemagert und er hatte ein sehr ausdrucksvolles Gesicht mit klaren grünen Augen.

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Bantar der Hauskater

Kaum hatte er mich gesehen und gemerkt, dass ich auf ihn zukam, ergriff er die Flucht. Er kannte mich schließlich nicht und die libanesischen Katzen sind, wie ich noch erfahren sollte, extrem misstrauisch Fremden gegenüber.  Bantar, so nannten wir ihn, war im Vergleich zu  anderen Katzen hier auf dem Lande aber doch recht zutraulich, wenigstens seiner eigenen Menschen – Familie gegenüber. Die Kinder von Husseins Schwester durften ihn streicheln aber sein Lieblingsmensch war die Oma, die Mutter meines Mannes. Sie brauchte nur zu rufen: „ Bis, Bis ,Bis !!!“ ( „Miez, Miez, Miez !!!“), da kam er auch schon angerannt, bekam zu fressen und Streicheleinheiten. Der Oma folgte er überall hin sogar auf die Toilette. Bantar wurde ausschließlich mit Essensresten gefüttert. So etwas wie Katzenfutter gab es nicht. Er war auch nicht kastriert und bestimmt schon Papa. 

Der Libanon ist voller Katzen, meinte mein Mann und tatsächlich sahen wir sie überall im Ort herum huschen. Auch auf dem Nachbargrundstück regte sich etwas. Gleich am zweiten Tag bemerkten wir dort ein zartes Miauen und entdeckten drei kleine Kätzchen zwischen den trockenen Büschen. Bald sahen wir auch die Mutter der Kätzchen. 

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Ein Baby – Kätzchen gut getarnt im Gebüsch

Sie hatten alle eine rötliche Färbung und ein Kleines war rot weiß gescheckt.Am Abend saß plötzlich ein Baby – Kätzchen auf der Mauer, die unseren Garten begrenzt. Sofort holte meine Jüngste ein paar Reste vom Hähnchen, das es zum Mittagessen gab. Das Kätzchen stürzte sich gierig darauf. Es dauerte gar nicht lange, da war auch schon die ganze Katzenfamilie regelmäßig zu Gast auf unserer einladenden Mauer. Da gab es nun jeden Tag Fleischstücken und frische Milch. Was für ein Festmahl.

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Unser Bantar vertrug sich recht gut mit der Katzenmutter und ließ auch ihre Kinder in Frieden. Das ist gar nicht selbstverständlich für einen unkastrierten Kater. Aber Bantar wollte es sich wohl nicht mit ihr verscherzen.

Einmal sah und hörte ich Bantar und seine Angebetete zusammen singen. So etwas hatte ich bisher noch nie erlebt. Deshalb habe ich gleich eine Aufnahme davon gemacht.

 

Gegen Ende unseres Urlaubs trauten sich die Kätzchen und ihre Mama sogar bis kurz vor die Küchentür. Nur anfassen durften wir sie nicht, die Kleinen waren sicher von Geburt an nicht an Menschen gewöhnt und werden wohl somit immer sehr scheu bleiben. Bei einem Katzenkind entscheiden gerade die ersten Wochen über die Zutraulichkeit den Menschen gegenüber. Wenn der Kontakt in dieser Zeit ausbleibt, wird die Katze ein Leben lang scheu und misstrauisch sein.

Unser Bantar wurde als Baby zum Glück noch rechtzeitig ausgiebig geknuddelt und gestreichelt, so dass er wenigstens ein schmusiger Oma – Kater werden konnte. Meine Tochter Aliah durfte ihn am Ende auch noch ausgiebig streicheln. Aber diese Ehre wurde nur ihr zu Teil.

 

 

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